Selim Özdogan: Hundert Hörer
„Hundert Hörer“ – Selim Özdogan singt euch weitere Lieder …
Donnerstag, 09. August 2012

Zurück zu Selim Özdogan. Der hat, ihr erinnert euch vielleicht, vor einigen Wochen ein paar seiner zu Liedern umgearbeiteten Textarbeiten zusammen- und als „Ein weiteres Verlangen“ online gestellt. Die Idee war, die ersten Downloads zu verschenken, dann 500 oder so zu verkaufen und zur Belohnung unserer Begeisterung nachzulegen.
Ihr ward kauf- und downloadfaul, vielleicht mochtet ihr auch nicht, was der Schriftsteller da gebastelt hatte. Der belohnt euch trotzdem. „Hundert Hörer“ heißt das neue, das neue, das neue digitale Album Selim Özdogans, der Anfang September einige Lesetermine in Berlin wahrnimmt. Das ist aber eine andere Geschichte. „Hundert Hörer“ ist ein erstaunliches Ding, bestimmt Ergebnis stolzen Trotzes, vielleicht musste auch einfach raus, was, extraspitz und fein befedert, nicht im Köcher verstauben sollte.
Wo „Ein weiteres Verlangen“ vielleicht noch an ein-zwei Stellen etwas effekthaschend polterte, ist „Hundert Hörer“ rund und intim. Passt auch zur Größe des Auditoriums - wobei die Größe ja eigentlich zum ersten Album ... vergesst das. Selim Özdogans Stimme ist ein feines Instrument, mal brüchig, in der Lautstärke wechselnd liest er eigentlich nicht. Nicht nur. Die Ironie wird von der in ihr tigernden Empörung fast zum Platzen gebracht, Unverständnis und verletztes Gerechtigkeitsgefühl und Bekenntnisse oder das, was wir dafür halten dürfen, wechseln einander ab, der Schriftsteller singt seinen Text und ihr solltet euch das dringend anhören.
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