![]() |
||
|
Alexander Nestor Haddaway ist ein Veteran der frühen 90er Jahre, Vertreter einer glanzvollen Zeit international erfolgreicher Popmusik aus Deutschland, für nicht wenige ein Spuk, der so schnell vorbei ist, wie er für einige Jahre die Charts dominiert – und genau dies, das rasche Auftauchen und Verschwinden ist für Haddaway, der quasi mit seinem ersten Superhit „What Is Love“ um ein Comeback zu kämpfen hat, sicherlich nicht einfach. Eurodance geht, ein hoffnungsfroher Newcomer bleibt – irgendwie auf der Strecke.
Haddaway kommt 1965 auf Trinidad zur Welt. Nach einigen Jahren trennen sich die Eltern, der Vater, ein holländischer Meeresbiologe, geht mit seinem Sohn nach Europa, der kleine Haddaway, ein vielseitig begabter Junge, spielt Trompete, lebt mal in Skandinavien, dann in England, auch in Holland – und zieht, noch nicht volljährig, zu seiner Mutter in die USA. Seine musikalischen Interessen sollen umfassend sein, allein seiner Musik hört man die Idole wenig an. Zu klar wirkt es damals wie eine logische Fortsetzung der bösen 80er, zu skurril und witzig klingt Eurodance heute.
Während er sich musikalisch bildet, einen reichen Schatz an Lyrics aneignet, das Spiel verschiedener Instrumente lernt (wozu?) und Bands gründet, studiert, Doktor der Politikwissenschaft und Geschichte wird, indem er eine umfassende Arbeit über die nordamerikanische Geschichte von den ersten Einwanderern bis zu Amerigo Vespucci anfertigt, jobbt er in sehr unterschiedlichen Branchen und investiert immer mehr in eine seiner Hauptleidenschaften, die Musik.
Ende der 80er Jahre verschlägt es Haddaway nach Köln. Hier spielt er Football, jobbt als Klamottenverkäufer und Choreograf, gründet weitere Bands und ist genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Dee Dee Halligan und Junior Torello, ein Produzententeam von denen, die es seinerzeit einfach plötzlich gibt, verfasst „What Is Love“ für Haddaway, wie später auch eine Vielzahl weiterer Titel. Man findet nicht viel über die beiden, vermutlich ist das Aufeinandertreffen für alle Seiten ein großer Glücksfall.
Auf Coconut Records wird „What Is Love“ vertrieben und ab Frühling 1993 mausert sich das Lied zum Megahit. In Deutschland, UK und den USA schafft es nicht ganz den Sprung an die Chartspitze (es reicht für Platz zwei), dafür jedoch in Irland, Holland, Norwegen, Australien, Spanien, Schweiz, Mexiko, Finnland, Belgien, Lettland, Israel, Dänemark, Schweden … Das Ding ist ein unglaublicher Erfolg, es gibt eine Version in Hindi, es wird immer wieder in Filmsoundtracks eingebaut und/oder parodiert, wie etwa von Beth Ditto, die „When Is Lunch? Baby I´m Hungry“ singt.
don hört mi no mor
Man täte Haddaway Unrecht, bestünde man darauf, dass er ein One-Hit-Wonder sei. Das ist er genaugenommen nicht. Er fährt mit „Life“, „I Miss You“ und „Rock My Heart“ noch sehr ordentliche internationale Erfolge ein, auch das Album „Haddaway“, das 1993 auf den Markt kommt, verkauft sich gut. Ein Abwärtstrend lässt sich allerdings nicht leugnen, auch die guten Verkäufe der folgenden Singles dürften nicht unwesentlich mit diesem einen, gigantischen Hit zusammenhängen.
Eurodance hat rasch keinen Platz mehr, wird in den ZDF-Fernsehgarten abgeschoben, wo alles, was aus der Box kommt rhythmisch-enthusiastisch auf der Eins beklatscht wird. Daher ist die einzig wertvolle Information, die hier stehen kann, die, dass Haddaway bis zum heutigen Tag musiziert, sich auch durchaus musikalisch zu verändern pflegt, dabei allerdings immer recht glücklos auf der Suche nach dem einen Hit ist, der die Massen elektrisiert. Er pflegt an ungewöhnlichen Stellen plötzlich in der Öffentlichkeit aufzutauchen, etwa als Rennfahrer, als Botschafter einer Automarke, Werbeträger einer dänischen Biermarke, bei einer Comeback-Show und Sportveranstaltungen … Sein viertes Album ist 1999 eine Zusammenstellung seiner Hits mit dem fast schon lustigen Titel „All The Best“, drei der Tracks heißen „What Is Love“. Auch das sechste und das achte Album ist jeweils so ein Best-of-Ding, mit „Crucified“ gibt es 2008 einen weiteren Versuch. An seiner Seite: Dr. Alban. |
Werbung Haddaway
TOP GRATIS SONGS
»
Snoop Dogg: Let Me B Tha One
» Twin Shadow: Five Seconds » Coldplay: Fight for your rights » Dent May: Best Friend » Lianne La Havas - Lost & Found » Grand Rapids: Feels like a ... » The Sunpilots Chapter VI » RAC: Hollywood » GUTS: Brand New Revolution » Phoebe Killdeer: Scholar GRATIS CHARTS facebook Newsletter Schwarz un Schmitz Daniele Negroni Guest of Shally Voodoo Orph Kasar Globus Phoebe Killdeer Enik Wedding The Sunpilots Luca Hänni Yampal Tobias Preisig Roger Cicero
Surfmusik.de bietet eine umfangreiche Sammlung an Web-Radios.
|
|