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In Extremo


Marktsackpfeife und Schalmei, Darbuka, Trumscheit, Drehleier und Nyckelharpa – das sind nur einige der merkwürdig klingenden Instrumente, die die Mittelalter-Rockband In Extremo einzusetzen pflegt. Die Künstlernamen der Musiker sind nicht weniger ungewöhnlich: Das letzte Einhorn, Flex der Biegsame, Die Lutter, Dr. Pymonte … In Extremo passt prima in eine Zeit populärer Mittelaltermärkte, Burgfeste, Metalfestivals und ist die Fusion zweier Musikprojekte, einer Rockgruppe (Thomas der Münzer, Lutter, Der Morgenstern) und einer mittelalterlich-traditionell angehauchten Fraktion (Das letzte Einhorn, Dr. Pymonte, Flex der Biegsame).

 

1996 entsteht ein erstes Demo, im folgenden Winter folgt das Akustikalbum „Die Goldene“, im März 1997 hat In Extremo vor dem Leipziger Rathaus ein erstes, entscheidendes Konzert, Anfang 1998 entsteht „Hameln“, die zweite CD – die das Label Vielklang mit der Band eine geschäftliche Bindung einzugehen veranlasst. Daraufhin erscheint „Weckt die Toten!“, der Urknall, ein Album, das sich bis heute verkauft und die beteiligten Erahnen lässt, auf welch fruchtbarer Scholle sie sich niedergelassen haben.

 

Das Jahr 1998 hindurch spielt In Extremo bei einer Reihe großer, sehr unterschiedlicher Musikveranstaltungen auf, mit „Die Verrückten sind in der Stadt“ erscheint ein Live-CD, Anfang 1999 wechselt die Band zu Universal. Bei einem Auftritt in Mannheim endet die Geschichte von In Extremo beinahe abrupt, als sich Das letzte Einhorn schwere Verbrennungen beim Feuerspucken zuzieht. Es kann aber weitermachen, steht bereits wenige Wochen später wieder auf der Bühne. „Verehrt und Angespien“ heißt das Major-Debüt, ein großartiger 11. Platz in den deutschen Charts. Nach einer ersten großen Tour muss Thomas der Münzer aussteigen. Ihn ersetzt Cister von Lange (Sebastian Oliver Lange) am Schlagzeug und mit dem neuen Mann steht das Septett, das für viele Jahre In Extremo bildet: Michael Robert Rhein (Das letzte Einhorn), Reiner Morgenroth (Der Morgenstern), Kay Lutter (Die Lutter), André Strugala (Dr. Pymonte), Marco Ernst-Felix Zorzytzky (Flex der Biegsame) und Boris Pfeiffer (Yellow Pfeiffer).

 

In Extremo tritt in vielen Ländern, sogar in Übersee, auf, wechselt von historischen, über historisch angehauchten bis hin zu hochdeutschen Texten, „Sünder ohne Zügel“ erreicht im Herbst 2001 die Top 10 der deutschen Album-Charts. Die Band wird für einen Echo nominiert, spielt vor dem Kyffhäuser-Denkmal eine Live-CD und –DVD ein und geht Anfang 2003 erneut in Klausur. Heraus kommen die bis hierhin erfolgreichsten Arbeiten, In Extremo hat sich bereits eine ganze Weile – und nun verstärkt – die Wut derer zugezogen, die bei hohen Verkaufszahlen grundsätzlich Ausverkauf wittern, was natürlich Blödsinn ist, kann man Tonträger doch nahezu grenzenlos vervielfältigen. Das Video zu „Küss mich“ wird in einem ehemaligen Berliner Untersuchungsgefängnis eingespielt, in dem zwei der Mitglieder während der DDR-Zeit untersucht wurden und läuft bei den seinerzeit noch existenten Musik-TV-Sendern. „7“ heißt das Album, auf dem Thomas D (Fanta 4), Henning W (H-Blockx) und Paddy Kelly (der lebt inzwischen in einem Kloster) mitwirken, In Extremo spielt in Heinos Café in Bad Münstereifel und landet auf Platz drei der Album-Charts.

 

Auch „Mein rasend Herz“, die nächste Produktion, erobert diesen Platz, nachdem sie am 30. Mai 2005 erscheint. In Extremo ist etabliert, Marta Jandová von Die Happy, Ray Garvey von Reamon und Robert Beckmann von den Inchtaboktables wirken mit, zum zehnjährigen Bandbestehen erscheint „Kein Blick zurück“, eine Best-of-Zusammenstellung, die durch eine CD ergänzt wird, auf der Künstlerkollegen wie Götz Alsmann, Killing Joke, Silbermond und andere In Extremo interpretieren. Das nächste Studioalbum erscheint im Mai 2008, heißt „Sängerkrieg“ und wird zum endgültigen Sprung an die Chart-Spitze.





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