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Iron Maiden
Iron Maiden Foto © by 2008 Iron Maiden Holdings Ltd

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Eine legendäre Band, von deren Originalbesetzung lediglich der Bassist übriggeblieben ist? Iron Maiden. Steve Harris ist der Mann, der die Metalgruppe 1975 gründet – wobei seine heutigen Mitmusiker schon so lange an seiner Seite spielen, dass sie einen Großteil der Bandgeschichte mitgestaltet haben – eine große Geschichte. Iron Maiden gehört zur New Wave of British Heavy Metal, einer recht heterogenen Ansammlung britischer Bands, die ab den späten 70ern großen Einfluss auf die Entwicklung des Metals ausübt, Metal nach Skandinavien bringt und Iron Maiden ist eine der Heavy-Metal-Bands, deren Genrebezeichnung schlicht Heavy Metal ist, ohne irgendwelche Zusätze, Einschränkungen oder Abzüge.

 

Steve Harris gründet Iron Maiden im Osten Londons, mit den Jungs seiner Band Gipsy´s Kiss hat er sich über musikalische Fragen zerstritten. Er ist gerade 18 Jahre alt, spielt seit einigen Monaten erst seinen Bass, und die Geschichte gibt ihm recht. Von den Mitmusikern, die er sich sucht, hält es der Schlagzeuger Ron Matthews am längsten aus. Er bleibt bis 1977. In allen Geschichten über die Band steht, dass es Iron Maiden am Anfang sehr schwer hat, gepflegter Hardrock bzw. früher Metal scheint, noch nicht einmal pubertierend, vom bösen Punk verdrängt, Labels empfehlen ihren Angestellten, es doch auch einmal frech und anarchisch statt immer männlich und so brutal zu versuchen – das, diese witzige Fehleinschätzung, wollen wir nicht unterschlagen.

 

Nach ersten Demoaufnahmen und vielen Konzerten nimmt die EMI Iron Maiden 1979 unter Vertrag, von seinen Mitmusikern hält es der Gitarrist Dave Murray am längsten mit Steve Harris aus, auf ihn, der 1977 der Band beitritt, folgt Adrian Smith (Gitarre) 1980, der Sänger Bruce Dickinson, der Benjamin der Band (Jahrgang 1958), ist erstmals 1981 dabei, steigt 1993 aus und 1999 wieder ein, Nicko McBrain (Schlagzeug) ist seit 1982 dabei – Janick Gers (Gitarre) komplettiert 1990 Iron Maiden. Mit diesem Besetzungsquatsch kann man viel Zeit verlieren. Ein vorletztes Besetzungselement vielleicht: das hässliche Maskottchen Eddie, eine eingetragene Marke, die ungezählte Bühnen, Jacken, Rucksäcke, Computerspiele und Covers schmückt.

 

Iron Maiden – Fear Of The Dark

 

Gleich das erste, selbstbetitelte Album 1980 ist ein Charterfolg daheim, Iron Maiden tourt mit Judas Priest, mit UFO und KISS, mit dem zweiten Album „Killers“ (1981) geht es direkt auf eine erste Welttournee. Es folgt „The Number Of The Beast“ 1982, das wichtige Album der Frühzeit, das man hervorkramen können muss, wenn man von Gästen danach gefragt wird. Während die Band lange Jahre Platinalben einspielt, eine feste Größe in vielen Ländern ist und Top-10-Alben verzeichnet, dauert es lange, bis sie auch in den deutschen Charts weit vorne notiert wird. Sieht man von dem Live-Album „Live After Death“ (1985) ab (und natürlich davon, dass die 80er Jahren noch Single-Zeit sind und die Band in Deutschland vorwiegend mit den Singles „Run To The Hills“, „The Number Of The Beast“, „The Trooper“, „Can I Play With Madness“ und „Be Quick Or Be Dead“ (1982 – 1992) auf sich aufmerksam macht), ist das erste erwähnenswerte Album im Lande von Media Control der fünfte Platz von „Fear Of The Dark“ 1992.

 

Bis dahin ist Iron Maiden schon lange eine Legende, hat Fans, die nicht mehr Fans sein wollen, weil es die Musiker gewagt haben, einmal etwas an ihrer Arbeit zu ändern, die klassischen Fans also, die bedeutungsschwanger erklären, wie sehr sich alles zum Schlechten gewandelt habe und die alten Iron Maiden doch die einzigen Iron Maiden, die allerdings einfach nicht zurückzubekommen seien. Lustig an diesen Aussagen, die es zu nahezu jedem Bruch jeder Band irgendwann einmal aus dem Mund eines betroffenen Fans gibt, ist, dass es vor allen Dingen ökonomisch sehr förderliche Entscheidungen sind, es ist die Kommerzialisierung, die dem Fan den Glauben nimmt, ein vorgeschobener Grund; ökonomisch förderlich heißt in diesem Zusammenhang, dass die Band mehr Menschen zu Kaufentscheidungen bewegt, der alte, der wahre Fan (quasi der Schalker aus Schalke) seine Liebe mehr teilen muss als zuvor – und das verbittert ihn. Abgesehen davon wollen Fans, dass alles bleibt wie in dem Moment, als sie … vergesst es einfach.

 

Jedenfalls bleibt bei Iron Maiden nicht alles wie früher, es werden sogenannte Konzeptalben eingespielt, Gitarrensynthesizer, neumodischer Kram eben, eingesetzt. Auch in der Band selbst gibt es Veränderungen, Uneinigkeit über den weiteren Weg und andere Stargeschichten – jedenfalls verlässt Adrian Smith 1990 die Gruppe (um 1999 zurückzukehren), Bruce Dickinson veröffentlicht 1990 sein erstes Soloalbum, muss 1993 bis 1999 durch Blaze Bayley ersetzt werden, für Harris wird es schwer, den Laden zusammenzuhalten … Genau in der Zeit, also zwischen 1988 und 1991, hat die Band auf der Insel ein halbes Dutzend Top-10-Hits hintereinander.

 

Bayley gilt als schwacher Ersatz für Dickinson, in Finnland scheint man das anders zu sehen, immerhin ist dort das mit ihm 1995 veröffentlichte Album „The X-Factor“ so erfolgreich wie keines zuvor. Mit ihm wird noch „Virtual XI“ eingespielt, die Tour im Anschluss 1998 muss abgebrochen werden, weil der Sänger Probleme mit seiner Stimme bekommt – und so die Rückkehr von Dickinson und Smith 1999 einleitet.

 

Iron Maiden – Brave New World

 

Diese Rückkehr wird triumphal, das 2000er-Album „Brave New World“ zum größten Charterfolg der Bandgeschichte bis zu diesem Zeitpunkt, ähnlich wie das Live-Album „Rock In Rio“ (2002), Iron Maiden gibt 2001 vor 250.000 Menschen den Headliner. Inzwischen real existierende Legenden, wird jede weitere Arbeit der Musiker als unerwartete Zugabe auf dem halben Erdball honoriert, das gilt sowohl für „Dance Of Death“ 2003, die alten Männer testen Orchester und Balladen aus, was früher einmal unverzeihliche Unverschämtheiten gewesen wären …

 

… Progressive nennt man das in diesem Fall, mit „A Matter Of Life And Death“ erreicht Iron Maiden in Deutschland erstmals den ersten Platz der Charts, ebenso in einigen anderen Ländern, etwa in Brasilien, Schweden, Griechenland, Tschechien und Finnland.


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