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John und Edward Grimes sind die eigentliche Entdeckung des Eurovision Song Contests von 2011. Ihr erinnert euch, der wurde in Düsseldorf veranstaltet. Nachdem Lena Meyer-Landrut in Oslo den ESC gewonnen hat, konnte sich die Hauptstadt NRWs in einem harten Kampf gegen Berlin, Hamburg und Lenas Heimatstadt Hannover durchsetzen, an drei magischen Abenden feierte sich Europa selbst, die Gewinner Ell & Nikki kamen aus Aserbaidschan, in Erinnerung blieb: Jedward.
Die beiden blonden, sich libellengleich parallel bewegenden Duracellhäschen kommen aus Irland, sind eineiige Zwillinge aus einem Dubliner Vorort, deren Eltern die großartige erzieherische Leistung vollbrachten, ihrem Nachwuchs die Gewissheit mit auf den Weg zu geben, das nichts peinlich ist, was ihm gefällt. Und Jedward gefallen ausgefallene Stiefel, quietschbunte Kostüme, hohe Hacken, Schulterpolster und die lustigsten Uniformen seit „Spaceballs“.
Außerdem stehen die beiden für Pop in ihrer Reinform, sie verlieben sich schnell und gerne mal gleichzeitig (zum Beispiel in Lena) und legen einen Raketenstart in ihre Karriere hin. Irgendwie verrät das schon der Name …
Jedward war bei X Factor, dem Original in UK, und zwar in der sechsten Staffel, die vom Sommer bis in den Dezember 2009 gesendet wurde. Es reichte für die Brüder Grimes zwar nicht für das Finale, auf Rang sechs war Schluss, es reichte, um bekannt zu werden, ein Zeichen zu setzen, ein Haufen gleichverrückter Fans abzuholen und dann am eigenen Rad weiterzudrehen.
Die beiden sind die perfekten Popstars. Sie sind auf keine Skandale angewiesen, sie sind Abgesandte einer quietschvergnügten Welt, die von bunten Farben und süßen Düften und eingängigen Refrains dominiert wird. Ihr Debüt gaben sie mit einer Single titels „Under Pressure (Ice Ice Baby)“ Anfang 2010, das Lied war daheim ein Nummer-1-Hit, auf den britischen Inseln zusammengenommen reichte es für Platz 2. Für die erste TV-Präsentation ließ Jedward Vanilla Ice einfliegen (doch, den gibt es noch).
Die beiden coverten sich munter weiter durch die Popgeschichte, schmissen zusammen, was ihnen gefiel und ließen im Sommer 2010 ihr Debütalbum folgen. „Planet Jedward“ wird vor allen Dingen in Irland zum großen Erfolg und dort, wo eine lange Tour veranstaltet wurde und Jedward eine Reality-TV-Show aufzeichnen ließ, ebenfalls dort, wo man sich langsam entscheiden musste, wer 2011 zum ESC geschickt werden sollte, war Jedward im Fernsehen dauerpräsent. Der ESC-Vorentscheid wurde am 11. Februar in der Late Late Show eingetütet.
Mit „Lipstick“ ging es nun durch Europa, wenn es ein Bild vom ESC 2011 gibt, das in Erinnerung bleibt (nach den sympathischen Gewinnern natürlich), sind es die hyperaktiven, fröhlichen Zwillinge, die den achten Platz belegten und wie schon bei The X Factor das eigentliche Ziel erreicht hatten: sie waren im Gedächtnis vieler Millionen weiterer Hörer.
Mit Jedward scheint es folgendermaßen zu sein: wenn es zur Wahl geht, bekommen sie nie die ganz große Mehrheit, sie bleiben aber haften und es scheint wirklich überall Menschen zu geben, die sie glücklich machen können. Von wem kann man das sonst noch behaupten? „Lipstick“ chartete in vielen Ländern, Jedward wird inzwischen routinemäßig dazugerufen, wenn die mächtigsten Menschen der Erde Irland besuchen – damit müssen die ab jetzt leben. |
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