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Johnny Cash
Johnny Cash Foto © by Universal Music - Pressefoto

 Johnny Cash 

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Was kann noch gesagt werden? Den Namen Johnny Cash kennt nahezu jeder. Schon lange. Wer sich heute über die Legende Johnny Cash äußert, steht einer Wand von Verehrern gegenüber. Spätestens mit seinem Tod 2003, eher noch einige Jahre früher, ist er zur unangreifbaren Ikone geworden. Es ist ein bisschen wie mit dem Krieg gegen den Terrorismus. Entweder man hält Johnny Cash für spitze, grandios, fehlerfrei und allen überlegen oder man hat von Musik keine Ahnung und sollte sich tunlichst jeden Kommentar über Musik im Allgemeinen verkneifen. Zählt die Verehrer, die Fans, die es seit Ewigkeiten sind, und haltet diesen die 500 Pressungen entgegen, die 1991 aufgrund mangelnder Nachfrage vom Album „The Mystery Of Life“ gemacht werden. Ein schöner Titel zu einem interessanten Wendepunkt. Kein Arsch scheint nach Johnny Cash zu krähen. Der Produzent Rick Rubin nimmt sich seiner an, lässt ihn jede Country-Entwicklung ignorieren, setzt ihn mit seiner Gitarre in ein Studio – und weil es der bekannte „Alternative“-Produzent Rubin ist, der seine Hand über den alternden Herrn hält, ist dieser in der Lage, ihn in „Alternativ“-Rezipientenkreisen groß herauszubringen.

 

Nichts ist eindeutig. Die Urteile, die über den Mann – einmal soll es sein: dem „Man in Black“ – gefällt werden, sind ein Produkt sehr junger Entwicklungen, sie passen wunderbar in die irgendwann einmal recht widersprüchlichen Lesarten des Lebenswerkes. Country Music ist für Außenstehende schizophren. Dort, wo sie gepflegt wird, sind es mehrheitlich recht reaktionäre Kreise, die Outlaws anhimmeln. Und Johnny Cash spielt die Rolle des Einzelgängers, des Killers, des Gefängnisinsassen, des getretenen Hundes bis zum Exzess vielleicht wahrhaftiger, als es irgendeiner festen Position genehm sein kann. In den 80er Jahren nimmt ihn die Entwicklung des Country nicht mehr mit. Er, der bereits in den 50er Jahren ein ganz Großer ist, wird von neuen Trends überrollt. Natürlich gibt es noch die andere Seite des Country, Willie Nelson oder Kris Kristofferson, die jedoch früh und deutlich Stellung beziehen, was nicht unbedingt zu den Spezialitäten Johnny Cashs gehört. Mag sein, dass er zwischenzeitlich mit den falschen Leuten aufgetreten ist, mit Bob Dylan, der auch seine Finger im Country hat und nicht gerade als reaktionär gelten kann. Auch die Country-Welt ist nicht eindimensional, sie folgt Trends, und die Zeit für Johnny Cash scheint mit Ablauf der 80er vorbei zu sein. Ein langsames Sterben liegt hinter ihm.

 

Am Ende sollte man sich von dem ganzen Scheiß befreien und die Frage stellen, ob das gefällt, was Johnny Cash ab den 90er Jahren produziert. Die Spex ist mit der Verehrung natürlich etwas früher dran, wir können, was das Alter angeht, allerdings nicht mithalten. Wem die warme, etwas brüchige Stimme, grundsätzlich nicht gefällt, der muss es nicht weiter versuchen, er (oder sie) wird mit Johnny Cash niemals glücklich. Allen anderen Unschlüssigen seien die American Recordings (sämtliche) zum Durchstöbern ans Herz gelegt. Der Tipp ist ein alter Hut, das mindert seinen Wahrheitsgehalt jedoch nicht. Und es kann nicht schaden, doch einen Blick auf den frühen Johnny Cash zu werfen.

 

Der frühe Johnny Cash

 

J.R. Cash kommt vom Land, aus Arkansas. 1932 geboren wächst er als eines von sieben Kindern auf und muss früh auf Baumwollfeldern arbeiten. 1950 tritt er der Air Force bei, in Landsberg am Lech stationiert, gründet er seine erste Band: die Landsberg Barbarians. Nach seiner Militärzeit zieht es ihn 1954 nach Memphis.

 

Zunächst ist er Teilzeitmusiker, spielt mit Luther Perkins und Marshall Grant zusammen, erhält 1955 seinen ersten Plattenvertrag bei dem berühmten Label Sun Records von Sam Phillips, bei dem zwei Jahre zuvor Elvis Presley seine ersten Studioaufnahmen macht.

 

Man spricht von den Tennessee Three. 1960 stößt W.S. Holland hinzu, der Schlagzeuger, der noch gefehlt hat. Bereits einige Jahre zuvor hat Johnny Cash mit seinen Jungs erste Erfolge in den Country-Charts, lernt er seine zweite Frau June Carter kennen, ist von Alkohol und verschiedenen Aufputschmitteln abhängig, wechselt zu Columbia Records und verlegt seinen Wohnsitz an die Westküste. Es ist eine lange Zeitspanne von 1955 bis 1960; viele von unseren Superstars sind nicht einen Tag länger berühmt.

 

Country ist ja nicht Country – und auch wenn das für nicht geübte Country-Hörer klar erkennbar ist, verbaut Johnny Cash in seinen Arbeiten der frühen Jahre Gospel- und Blues-Elemente, Instrumente indigener Völker, „The Ballad Of Ira Hayes“ entsteht in einer Zeit, in der der Musiker exzessiv auftritt, Unfälle baut, versehentlich einen Waldbrand legt und auf die ersten hohen Klippen seines noch recht jungen Lebens zuzusteuern scheint.

 

Johnny Cash - Ring of Fire

 

1962 komponiert June Carter für ihn seinen ersten Welthit: „Ring Of Fire“. Ende der 60er Jahren vollbringt er einige Sachen, die das Bild von ihm für alle Zeiten prägen sollen. So schreibt er mit Bob Dylan dessen „Nashville Skyline“, erhält dafür einen von insgesamt zehn Grammys, im Countrylager zeigt man ihm für die Zusammenarbeit einen Vogel, Bob Dylan erhält von der anderen Seiten Beschwerden. Johnny Cash hat eine Fernsehshow, wichtiger ist, dass er seine Knastalben herausbringt, 1968 aus Folsom, 1969 aus Saint Quentin.

 

Er tritt im Weißen Haus auf und kann Nixons Lieblingslied nicht spielen, was von der Linken zum Teil begeistert als offener Affront gelesen wird. Er schreibt seine Biografie. Das war es eigentlich mit der Karriere des Johnny Cash.

 

Naja, 1980 wird er in die Country Hall of Fame aufgnommen. An diesem Punkt hat er mehr Produktionen abgeliefert als Lebensjahre. Er inspiriert andere Künstler, fördert Karrieren, und ist eine lebende Legende, die noch einige Dekaden zu leben hat. Auf Aufenthalte in Entzugskliniken (der letzte 1983), folgen die Gründung der The Highwaymen mit Nelson und Kristofferson und der einzige Roman. Thematisch bleibt er sich treu, die Vehikel wechseln hingegen ab und zu.

 

1994

 

Rick Rubin, ein alter Liebhaber seiner Musik, bietet Johnny Cash 1994 einen Vertrag an. Seine Musik wird auf das Wesentliche reduziert. Er ist der Mann mit der Gitarre. Allein die Kraft der Lieder und die Stimme entscheiden über sein Schicksal. U2 covert für „Zooropa“ zuvor „The Wanderer“, ein merkwürdig abwegiger Abgang des doch sehr neumodischen Albums. Im zweiten Schritt werden Tom Petty, diejenigen, die gerade von den Red Hot Chili Peppers und diejenigen, die noch von Fleetwood Mac anzutreffen sind, für „Unchained“ 1996 herangezogen.

 

Die Reihe „American Recordings“ entsteht nach und nach in einer Blockhütte, gemeinsam mit dem Sohn von Johnny Cash. Vor allen Dingen „Hurt“ von den Nine Inch Nails und „Mercy Seat“ von Nick Cave sind traumhaft schön. Für die Verwendung von „The Wanderer“ revanchiert sich Johnny Cash, in dem er „One“ von U2 besser macht. Damit ist er nicht nur in den Country-Herzen zurück, auch dort, wo Country Music nicht allzu große Chancen hat, ist der Mann plötzlich in den Charts. Johnny Cash stirbt im September 2003 nach längerer Krankheit. Einige Monate zuvor erliegt June Carter den Folgen einer Herz-OP. Posthum erscheint die gewaltige „Unearthed“-Box und findet reißenden Absatz. Sie ist wundervoll, immer wieder wundervoll, aber für sicherlich nicht viele am Stück genießbar. Auffällig ist, und das muss den Einstieg in diesen Text entschuldigen, dass nicht nur alles, was jetzt und damit nachträglich von und über Johnny Cash veröffentlicht wird, in allerhöchsten Tönen gelobt wird. Das wirkt irgendwie reflexhaft. Selbst Schauspieler, die in dem Film spielen, der sein Leben thematisiert, werden hoch geehrt. Das kann nur eines bedeuten: Bürger von Landsberg am Lech, stöbert in euern Kellern. Was auch immer nach Devotionalien aussieht, jetzt ist der richtige Augenblick, diese bei Ebay zu verscheuern. Morgen ist die Sache vergessen. 60 Millionen Tonträger können nicht lügen.


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