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Kid Rock, ursprünglich Robert James Ritchie, ist ein Rocker mit Hip-Hop-Wurzeln, der auf Southern Rock steht, Country verehrt und eine Weile mit Pamela Anderson liiert ist. Jahrgang 1971 und aus Detroit, veröffentlicht er seit 1990 Soloalben, dies seit 1999 international erfolgreich. Als Jugendlicher ist Kid Rock als Breakdancer, DJ, Rapper und Biertrinker unterwegs, in der Zeit erhält er auch seinen Künstlernamen. Ein Manager von Jive Records krallt sich den jungen Mann, Kid Rock macht die Bekanntschaft gleich mehrerer Hip-Hop-Größen, darunter Ice Cube, und veröffentlicht Ende 1990 sein Solodebüt.

 

„Grits Sandwichtes For Breakfast“ floppt, es gibt ein wenig Ärger wegen einer etwas expliziten Textpassage, Jive springt ab und Kid Rock veröffentlicht sein nächstes Album „The Polyfuze Method“ im März 1993 und auch die EP „Fire It Up!“ im Juni auf dem Independent-Label Continuum Records, das im Anschluss pleite geht. Auch diese Produktionen werden allemal in einem sehr begrenzten, lokalen Rahmen gehört, immerhin beginnt der Mann, seine doch recht unterschiedlichen Faibles zusammenzubringen.

 

Kid Rock gründet sein Label Top Dog, veröffentlicht monatlich Mixtapes, gründet Twisted Brown Trucker, seine Band, und verkauft „Early Mornin´ Stoned Pimp“ 14000 Mal aus dem Kofferraum seines Autos. 1997 nimmt ihn Atlantic Records unter Vertrag, im August 1998 wird „Devil Without A Cause“ auf den Markt gebracht – und eigentlich beginnt die Geschichte von Kid Rock an diesem Punkt. Das Album ist sein Durchbruch, mit „Bawitdaba“ ist sogar eine sehr erfolgreiche Single dabei, mit „Cowboy“, „I Am The Bullgod“, „Wasting Time“ und „Only God Knows Why“ gleich noch vier weitere – und auch in Deutschland wird Kid Rock fleißig gehört, …

 

… der gleich überschnappt. Im Jahr 2000, im Mai, veröffentlicht er „The History Of Rock“, ein schön größenwahnsinniges Vorhaben, das in seiner Umsetzung nicht mehr ist als die Veröffentlichung seines alten Krams, des Zeugs oben, ein bisschen noch älteres Material und ein wenig neues. „American Bad Ass“ ist neu, sieht man einmal von dem Metallica-Sample ab, irgendwie ist Kid Rock doch Hip-Hopper und „The History Of Rock“ ohne Metallica nicht vollständig. The Undertaker, ein populärer Wrestler, nimmt das Stück für seine Einmärsche, Kid Rock tourt mit Metallica, Korn und System of a Down. Nachdem er erste Schauspielerfahrung gesammelt hat, trifft er sich ab Herbst 2001 mit Pamela Anderson, Uncle Cracker, sein DJ, der inzwischen ebenfalls mit Solomaterial unterwegs (und erfolgreich) ist, verlässt die Gruppe nach der nächsten Produktion.

 

„Cocky“, das Album, erscheint im November, es ist nur allzu leicht, Kid Rock fehlende Stringenz seiner Arbeit vorzuhalten. Wer verlangt, dass sich die Lieder eines Albums zu einem großen Ganzen vereinen, ist hier falsch. Kid Rock spielt, was er für cool hält (NuMetal, Crossover, Hip-Hop, Country-Schlager). In Deutschland wird vor allen Dingen die erste Single „Forever“ gehört, in den USA ist „Picture“, das Duett mit Sheryl Crow, der größte Mainstream-Erfolg bis zu diesem Zeitpunkt. Am nächsten Album „Kid Rock“ arbeitet der Chef mit Leuten wie Billy Gibbons (ZZ Top), Hank Williams Jr. und wiederum Sheryl Crow – das Ergebnis ist eine wesentlich rundere Sache, ohne dass der Künster eine seiner Neigungen verleugnen muss. Kid Rock ist an der MTV-Halbzeitshow des Superbowls 2005 beteiligt, in dessen Rahmen Justin Timberlake einen Teil von Janet Jacksons rechter Brust entblößt, Mr. Rock selbst gerät ins Fadenkreuz der Moralapostel, weil er die US-Flagge wie einen Poncho übergeworfen hat.

 

Nicht die letzte Provokation. Er arbeitet für R. Kelly und dessen Album „Double Up“ gemeinsam mit Ludacris an der Single „Rock Star“, „Rock N Roll Jesus“ ist im Oktober 2007 schließlich das erste Nummer-1-Album Kid Rocks in den USA. Wenn er hier den Namen „The History Of Rock“ gewählt hätte, wäre dies durchaus plausibler gewesen als einige Jahre zuvor. Kid Rock gibt sich dreckig, aggressiv und ist dabei durchaus unterhaltsam.


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