ELIXIC Newsletter    ELIXIC on Facebook    ELIXIC on Twitter
 Musik Portal - ELIXIC Startseite   NEUE SONGS       LEXIKON       BIOS       ELIXIC.TV
POP   DANCE   ELECTRO   HIPHOP-RNB   ROCK   JAZZ   FOLK
Musik Mp3 Portal Elixic

Lena Meyer-Landrut
Lena Meyer-Landrut Foto © by Sandra Ludewig / Universal Music 2011

 Lena Meyer-Landrut 

 Zum Thema
Alle News zu Lena Meyer-Landrut

 Fotos
Lena Meyer-Landrut Bild 4617  Lena Meyer-Landrut Bild 4616  Lena Meyer-Landrut Bild 4615  Lena Meyer-Landrut Bild 4614  Lena Meyer-Landrut Bild 4613  Lena Meyer-Landrut Bild 4253  Lena Meyer-Landrut Bild 4252  
 Alle Fotos und Bilder von Lena Meyer-Landrut
 Downloads

Lena Meyer-Landrut ist die deutsche Kandidatin beim Eurovision Song Contest 2010, gewählt in der Casting-Show „Unser Star für Oslo“ bei Pro7 und in der ARD, organisiert von Stefan Raab. Bei keiner deutschen TV-Castingshow zuvor gab es einen vergleichbaren Start-Ziel-Sieg wie in dieser. Die 18jährige Lena Meyer-Landrut aus Hannover ist die letzte Kandidatin der ersten Sendung Anfang Februar 2010, zerlegt eines der unbekannten Liedern des großartigen Debütalbums von Adele noch viel großartiger, ist unglaublich hübsch, singt und spielt irgendwie gleichzeitig, wickelt das Publikum dabei um ihren Finger und bringt die Halle zunächst zum Strahlen und dann mit dem letzten Ton oder Fiepsen oder Wort zum Platzen.

 

Das macht sie ungefähr sieben Mal, danach hat sie gewonnen. Die Juroren der Show, die eigentlich keine sind, weil sie nur was erzählen, aber nichts zu sagen haben, erliegen allesamt der Gesamtschulschülerin Charme. Mindestens die Kerle, bei den Frauen, etwa Nena oder der Sängerin von Silbermond, kann man mitunter den Eindruck gewinnen, dass sie ein Problem mit Lena-Meyer-Landrut haben.

 

Westernhagen beispielsweise, der den Juror in der ersten Show gibt, attestiert ihr in einem kurzen hellen Moment Starappeal. Das ist das richtige Wort. Zuvor erklärt er, dass er Castingshows für beknackt hält, dass man Musiker nicht vergleichen kann, was er dann auch zweimal nicht macht, bevor er einem jungen Mädchen vollkommen überflüssig und unfair und auch unlogisch den Teppich unter den Füßen wegzieht. Bei Lena Meyer-Landrut ist er dann wieder ganz da – aber die schenkt den Zuschauern auch einen dieser seltenen Fernsehmomente, die die Glotze so wertvoll machen können.

 

Adel Tawil von Ich + Ich und Peter Maffay sind beide sofort verliebt, König Boris von Fettes Brot, der beste Juror aller Zeiten, sieht in Lena Meyer-Landruts Auftritt sogar mehr: er stellt sich vor, wie es wäre, wenn Lena Meyer-Landrut in Oslo wieder geradeböge, was Westerwelle und Co. bis dahin zerstört haben werden. Und Xavier Naidoo, Juror im Finale, spricht ihren Namen vor jedem Kommentar, als würde er sie gerade um ihre Hand bitten. Lena Meyer-Landrut, Lena Meyer-Landrut, Lena Meyer-Landrut …

 

Die singt, was sie mag. Adele und The Bird and the Bee und Kate Nash und Paolo Nutini und Lisa Mitchell und Jason Mraz und The Cure und bringt ihren Zuhörern immer noch was bei. Lena Meyer-Landruts Konkurrenz ist stark. Keine Patzer, kaum Auftritte, nach denen man denken kann, dass das nun wirklich nicht gepasst hat, extrem viele junge Frauen, die unglaubliche Stimmen unglaublich sicher beherrschen. Lena Meyer-Landrut singt eher seltsam. Manchmal spricht sie auch, gelegentlich rettet sie sich auch einfach in gesprochene Worte. Kate Nash macht das bei ihren Arbeiten, die 2010 veröffentlicht werden, ganz ähnlich. Das ist sehr merkwürdig, da keine der beiden die andere inspiriert haben kann.

 

Christian Durstewitz aus dem Norden Hessens, der letzte Mann der Show, gilt lange als heißester Finalgegnerkandidat, aber auch Sharyhan Osman, eine komplette Songschreiberin und Musikerin und Kerstin Freking, eine glockenklar singende, unheimlich hübsche, große Interpretin werden gehandelt – als Finalgegnerinnen von Lena Meyer-Landrut, wohlgemerkt. Dass die ins Finale kommt, bezweifelt keiner.

 

Wer die Castingshows von Stefan Raab kennt, der weiß, dass eigentlich immer ein Platz für eine Rocksängerin ist, eine, die Anastacia singt und Melissa Etheridge und Avril Lavigne – den ganzen Käse eben. Das reicht dann maximal bis zu den Top 3, dann ist aber auch Schluss. Die 18jährige Jennifer Braun ist 2010 diese Kandidatin, zieht durch die Shows, ohne je zum engeren Favoritenkreis zu zählen (höchstens für Nena und die Sängerin von Silbermond). Vor dem Finale, in der Show, in der neben ihr und Lena Meyer-Landrut noch Kerstin Freking und Christian Durstewitz Platz haben, kommt es zum einzigen Moment, in dem Lena Meyer-Landrut ihre absolute Favoritenstellung zu verlieren scheint. Jennifer Braun hat den wertvollen letzten Startplatz, singt von Gossip „Heavy Cross“ und hat den Laden plötzlich in der Hand. Als sie dann noch eine sichere Version von Christina Aguileras „Hurt“ hinterher schiebt, gelangt sie ins Finale – gemeinsam mit Lena Meyer-Landrut.

 

Zur Erinnerung: Eurovision Song Contest

 

Der Eurovision Song Contest ist im frühen neuen Jahrtausend kein besonders gutes Pflaster für deutsche Kandidaten. 1999 gibt es noch einen dritten Platz für eine seltsame, direkt im Anschluss wieder verschwundene Formation namens Sürpriz, es folgen der alberne Stefan Raab auf Platz fünf, die Schlagersängerin Michelle auf Platz acht und Corinna May auf Platz 21. Das ist im Jahr 2002, die Veranstaltung findet im estischen Tallinn statt, in Deutschland gibt man sich beleidigt. Ralph Siegel schickt im Folgejahr die Sängerin Lou nach Riga, ihr zwölfter Platz stimmt kaum glücklicher.

 

Lou ist vergessen, ihr Lied auch, das Gefühl, irgendwie betuppt worden zu sein, das bleibt. Nur am Rande und zur Klarstellung: die Deutschen werden beim Eurovision Song Contest nicht betuppt. Auch nicht von Russen oder Ukrainern. Stefan Raab lässt sich für das Vorentscheidungskonzert in Deutschland einen Teilnehmerplatz zusichern und veranstaltet auf Pro7 ein TV-Casting, bei dem, nach einer rigiden Vorauswahl in einer überschaubaren Anzahl von Shows das TV-Publikum einen Kandidaten zum Sieger küren kann.

 

Max Mutzke gewinnt, er ist lange nicht der Favorit, mausert sich aber und wird zum Popstar, obwohl er nicht so aussieht. In einem der besten Entscheidungskonzerte, die der NDR jemals für den Eurovision Song Contest veranstaltet hat, triumphieren Mutzke und Raab und ziehen nach Istanbul, wo sie TV-Freundschaften knüpfen, türkisch lernen und einen achten Platz einheimsen. Prima Platzierung, irgendwie dann aber doch ernüchternd. Im nächsten Jahr versucht es Gracia, DSDS-Kandidatin von 2002, und wird letzte. Sie erhält lediglich vier Punkte. 2006 soll es Texas Lightning richten. Der 15. Platz macht die deutschen Kommentatoren sauer. 2007 geht der allseits beliebte Roger Cicero nach Helsinki und kehrt als 19. zurück. In Deutschland herrscht nur noch ungläubiges Kopfschütteln. Es wird irgendein Quatsch von Qualität erzählt, die nicht zählen würde. Also werden 2008 die No Angels geschickt. Der 23. Platz ist vollkommen berechtigt. 2009 wird der Ballermannproduzent Alex Christensen gemeinsam mit einer billigen Nackttänzerin und einem kalifornischen Musicaldarsteller 23.

 

Aus Sicht der beteiligten deutschen Sendeanstalten hat man alles versucht. Man hat Musiker aus dem klassischen Schlagerbereich und vermeintliche Topstars geschickt, man hat sich ausgefallen und mutig gegeben und sich angebiedert. Man hat die Musiker frei vom Publikum wählen lassen und eine Expertenjury arbeiten lassen. Europa wählte Dance- und gewöhnliche Popstars, Hobby-Metal-Monster-Bands und talentierte junge Songschreiber und Volksmusiker. Aber nie die deutschen Kandidaten. Raab ist immerhin zweimal in die Top-10 vorgedrungen, und das hat er folgendermaßen erreicht: wie schon 1998 mit Guildo Horn schlägt er daheim, also in Deutschland, beachtliche Wellen, und reitet mit ungeheurem Selbstbewusstsein und Freude und Spaß in den Backen beim Eurovision Song Contest in Birmingham, Stockholm und Istanbul ein. Er weiß, dass es erst einmal darauf ankommt, dass die deutschen Zuschauer ihren Kandidaten mögen, auch wenn sie keine Punkte geben können. Fragen nach Stilrichtungen und vermeintlichen Qualitäten sind zweit- und drittrangig. Die Freude überträgt sich dann schon bei der Show.

 

Bühne frei für Lena Meyer-Landrut

 

Das Finale der Castingshow „Unser Star für Oslo“ entscheidet nicht nur über die Musikerin, die Deutschland beim Eurovision Song Contest 2010 singt, sondern auch, welches Lied die Musikerin singt. Zwei Lieder sind von Raabs Team ausgewählt worden, eins darf jede Sängerin aus einem Pool für sich persönlich wählen. Das Prozedere sorgt für eine ordentliche Dramatik. Jennifer Braun tritt zuerst an, hat damit den undankbaren Part. Sie singt „Bee“, den schönsten Popsong des Abends, sauber, füllt ihn aus und gibt die Bühne für eine sichtlich nervöse Lena Meyer-Landrut frei, die dem Lied das gibt, was es zu einem perfekten Popsong werden lässt.

 

Das zweite Lied heißt „Satellite“, irgendeine Beziehungsgeschichte, die zunächst von Braun als tragische Ballade gegeben wird. Das passt nicht. Lena Meyer-Landrut interpretiert das Lied vollkommen anders, schneller, dynamischer, tanzbarer – und das allein ist der Grund dafür, dass das Publikum vor Freude ausflippt. Aufgrund der Showdramatik ist Lena Meyer-Landrut jetzt superklare Favoritin, das im Vergleich zu „Bee“ deutlich schwächere „Satellite“ und der grausame Auftritt von Jennifer Braun sorgen dafür. Dann gibt es aber noch die dritten Lieder, nämlich die, die sich die Musikerin selbst gewählt haben.

 

Das Lied von Jennifer Braun heißt „I Care For You“, sie liebt es, das spürt man, es ist eine recht dynamische Anastacia-Lavigne-Etheridge-Nummer, von der Sorte, die in Deutschland, und nur in Deutschland, geliebt wird. Was Lena Meyer-Landrut singt, ist vollkommen egal, mit „Satellite“, dem zweiten Song, bei dem die Stimmung so eindeutig zu ihren Gunsten gekippt ist, steht die Wahl der Zuschauer bereits fest. Das bestätigt sich dann einige Minuten später: während Jennifer Braun „I Care For You“ singen darf, zwingen die Zuschauer Lena Meyer-Landrut „Satellite“ auf. Man kann spüren, dass ihr das nicht passt.

 

Beide Lieder werden noch einmal gesungen, diesmal sollen die Zuschauer entscheiden, wer nach Oslo zum Eurovision Song Contest fahren darf. Am Ende darf Lena Meyer-Landrut. Mit dem Lied „Satellite“. Sie heult ein bisschen, bittet um ein Getränk, quatscht ein bisschen Blödsinn, singt das Lied noch einmal, quatscht dabei noch ein bisschen Blödsinn und ist die Kandidatin Deutschlands beim Eurovision Song Contest. Alle, wirklich alle, denen in den Wochen zuvor ein Mikro unter die Nase gehalten wurde, prophezeiten Lena Meyer-Landrut eine große Zukunft. Die Sängerin, die ein bisschen Bühnenerfahrung als Tänzerin hat und gerade ihr Abitur macht, zeigte extrem großes Potential. Allerdings erfüllen sich solche Prophezeiungen (nimmt man einmal Michael Jackson und Maradonna raus) nie. Deswegen wissen wir nicht, was wir Lena Meyer-Landrut wünschen sollen.


Suche
Top News
Lena Meyer-Landrut
facebook
Newsletter
Nichts mehr verpassen und alle TOP News per Mail erhalten. Einfach E-Mail Adresse eingeben:
we say yes
Surfmusik.de bietet eine umfangreiche Sammlung an Web-Radios.
Du bist hier: MP3 Musik > Musiker Star Porträts > Lena Meyer-Landrut
@ ELIXIC.de - Michael Ittner     Über uns        Impressum        AGB        Kontakt        Mediadaten        Presse