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Es ist ungemein beruhigend, dass diese Fernsehcastings, die neuen Popstargeschichten, die berühmten Juroren, Nummer-1-Hits gleich zu Beginn der Karriere und der knüppelharte Kampf dutzender Superstars um eine längerfristige Superstarkarriere gerade überall ist. Wir sind nicht die einzigen Trottel, M. Pokora ist ein Gewinner des Bandcastings Popstars in seiner französischen Variante. Ein bisschen Timberlake, ein Hauch tätowierter Schläger aus einer Banlieue, ist er eigentlich ein Bengel aus einem Kaff bei Straßburg, Jahrgang 1985, der die Schule schmeißt und alles auf „Popstars“ setzt, sich durchbeißt, in einem Trio fünf Minuten Ruhm abgreift – und es schafft, danach eine Solokarriere zu starten. Man sollte das alles nicht so abtun, wer einen solchen Weg packt, leistet Beachtliches, M. Pokora hat die wichtigen Verbindungen geknüpft, ist inzwischen in Bremen bei The Dome aufgetreten und arbeitet mit Showgrößen wie Timbaland und Ricky Martin zusammen.
Matthieu Totta, so heißt M. Pokora eigentlich, schreibt, so werden Popstar-Geschichten immer erzählt, seit seiner frühen Jugend an eigenem Songmaterial. Er ist Teil der Freizeit-Rapformation „Mic Unity“ und nimmt im Herbst 2003 an der dritten Staffel von „Popstars“ in Frankreich teil. Wer das nicht kennt: „Popstars“ castet nicht einfach einen Sänger oder eine Sängerin, sondern eine Gruppe von Gesangs-, Tanztalenten und Rampensäuen, die auch noch geil aussehen und unterschiedliche Typen verkörpern. Jede Popstars-Staffel steht unter einem eigenen Motto, mal werden reine Mädchen, seltener reine Jungen-Gruppen, gelegentlich auch gemischte Trios, Quar- oder Quintetts gesucht, das Ergebnis der dritten Staffel in Frankreich ist Linkup, bestehend aus Otis, Lionel und Matthieu – die Jungs haben schon mal alle großartige Name.
Die erste Single „Mon étoile“ steht (natürlich) auf dem ersten Platz der französischen Charts, auch in Belgien und der Schweiz scheint man den Sender M6 zu schauen. Bereits die zweite Single „Une seconde d\'éternité“ und das Debütalbum „Notre étoile“ floppen, nach einer gemeinsamen Single mit den Kollegen von Blue (eine englische und inzwischen aufgelöste Boygroup), „You And Me Bubblin´“, sagen sich Otis, Lionel und Matt Pokora im August 2004 adieu. Lionel Tim bietet sich 2005 als französischer Repräsentant des Eurovision Song Contests an – und wird nicht genommen.
M. Pokora legt noch im Oktober 2004 sein selbstbetiteltes Debütalbum vor. Die drei Singles „Showbiz (The Battle)“, „Pas sans toi“ und „Elle me contrôle” landen allesamt in den französischen Top 10, der Anfang der Solokarriere verläuft erstaunlich glatt. Im Januar 2006 erscheint das zweite Album „Player“ und steigt auf den ersten Platz der französischen Charts. M. Pokora hat ein Duett mit Tyron Carter, „De retours“ ist die erste Single des Albums, außerdem bittet Ricky Martin zum Tanz – für die Veröffentlichung seines Albums „Life“ in Frankreich und der Schweiz teilt er sich die Single „It´s Allright“ mit dem französischen Popstar.
M. Pokora veröffentlicht mit etlichen weiteren Künstlern die Charity-Single “L´or de nos vies“, die letzte Auskopplung des Album ist „Mal de guerre“, noch ein Erfolg. Anfang 2007 singt er bei einem Konzert gemeinsam mit Nelly Furtado und zieht im Anschluss in die USA, um sein nächstes Album einzuspielen. Und wo fährt man hin, wenn man Timberlake ähnelt und bereits mit Nelly Furtado …? Zu Herrn Mosley, Timbaland produziert „MP3“, das Album, das im März 2008 erscheint. An der ersten Single „Dangerous“ beteiligt sich der Meister persönlich – und bringt seinen Bruder Sebastian mit, M. Pokora singt auf dem Album mit Ryan Leslie, mit der britischen Rapperin Verse – und in einem anderen Zusammenhang mit Britney Spears. Fest steht, dass der Mann einen ganz ordentlichen Start hingelegt hat, sich frei gestrampelt und eine erfolgreiche Zukunft zu haben scheint. |
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