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Metallica


Dieser Formation kann man sich nicht über Geschmacksfragen nähern. Metallica ist eine Institution mit einem eingeschworenen Kreis von Freunden – was heißt Kreis! – mit einer Gemeinde, die Metallica bereits seit Anfang der 80er Jahre huldigt. Daher kann ein kurzer, allgemein gehaltener Artikel über die Band lediglich die wichtigsten Fakten liefern, niemals einen Anhänger Metallicas befriedigen… Was er allerdings kann: jemanden davor bewahren, vor Metallica-Freunden wie ein Volltrottel dazustehen.

 

Metallica gründet sich im Oktober 1981 in San Francisco. Der Frontmann und Gitarrist James Hetfield und der Schlagzeuger Lars Ulrich sind die zwei verbliebenen Mitglieder aus der Urformation. James Alan Hetfield, Kopf Metallicas, wird 1963 in Downey – in der Nähe von Los Angeles – geboren. Die Berufe seiner Eltern, er LKW-Fahrer und sie Opernsängerin, sind eigentlich schon Verpflichtung genug, Rockstar zu werden. Die Familie gehört einer christlichen Spezialistengruppe an, die medizinische Hilfe selbst bei schweren Erkrankungen untersagt. Beide Eltern (die Mutter noch in den 70er Jahren, der Vater etwa 20 Jahre später) erliegen Tumoren.

 

Nach ersten musikalischen Gehversucher, dem Klavier-, dem Schlagzeug und endgültig dem Gitarrenspiel, einer ersten Band, der zweiten Band „Phantom Lord“ und deren Auflösung, lernt Hetfield den Schlagzeuger Lars Ulrich kennen.

 

Der kommt 1963 im dänischen Gentofte zur Welt und ist Sohn eines Tennisprofis. Von der New Wave of British Heavy Metal infiziert, landet der junge Schlagzeuger in einem Tennisinternat in Kalifornien. Nach einer Englandreise macht er sich an der amerikanischen Westküste auf die Suche nach einer Band – und findet Hetfield.

 

Erste Arbeiten an einem Demotape beginnt das Duo, ohne eine umfassende Besetzung für die Band zu haben. Erst im Laufe des Jahres 1982 stoßen Dave Mustaine und Cliff Burton hinzu. Beide sind für die Gruppe von außerordentlicher Bedeutung. Mustaines Drogenproblemen ist es zu verdanken, dass er lediglich ein Jahr in der Gruppe verbleiben darf und damit Platzhalter für Kirk Hammett ist, der 1983 die Gruppe Exodus verlässt, um bei Metallica die Leadgitarre zu spielen – und damit an der ersten wichtigen Phase Metallicas partizipiert. Mustaine landet bei Megadeth – und ist dort auch recht gut aufgehoben. Der Bassist Cliff Burton wird spätestens durch seinen tragischen Unfalltod 1986 zur sagenumwobenen Legende der Band. Mit seinem Tod ist die erste wichtige Phase der Band abgeschlossen.

 

Die Band hat sich nicht nur zu Beginn ihres Bestehens mit Besetzungsproblemen herumzuplagen, der Motor stottert insgesamt. Erst mit dem dritten Demotape verschafft man sich im Sommer 1982 zumindest lokal Gehör.

 

Metallica - Kill´em All

 

Das erste Album „Kill´em All“ erscheint 1983 bei Megaforce. Ein Erstling in vielerlei Hinsicht. Wie es sich für eine große Band gehört, wird das erste Produkt gemeinhin einem neu entstandenen Genre zugeordnet. Das erste Thrash-Metal-Album, wird kolportiert, ist „Kill´em All“, und dabei ein Album, das im Bemühen entsteht, die Heavy Metal- und Punkrock-Neigungen der Musiker miteinander zu verknüpfen. Andere sagen, „Kill´em All“ sei eine der ersten vernünftigen Heavy Metal-Platten überhaupt.

 

Obwohl Mustaine nicht mehr an Bord ist, hat auch er seinen Anteil an dem Debüt. „The Four Horsemen“ etwa, der zweite Track, findet als „The Mechanix“, mit einem anderen Text und wesentlich schneller eingespielt auf das Megadeth-Debütalbum.

 

Das Album „Kill´em All“ wächst stetig mit dem späteren, großen Erfolg in seiner musikgeschichtlichen Bedeutung. Das ist typisch für Studioalben der Gruppe: der Erfolg ist nachhaltig. Auch die Bedeutung Metallicas für die atemberaubende Entwicklung des Metals in Skandinavien ist nicht zu unterschätzen, wobei zu den Initialzündungen hier gemeinhin primär britische Bands gezählt werden. Zunächst ist „Kill´em All“ nicht der Erfolg, der er sein müsste. Immerhin gibt es einen Plattenvertrag mit Elektra Records.

 

Das 1984er Album „Ride The Lightning“ ist der Einstieg tief unten in den wichtigen Charts in den USA und England. Die Gruppe tourt erstmals durch Europa. 1986 folgt „Master of Puppets“, das für viele Fans beste Album der Band. Für die einen ist es die Definition von Heavy Metal, andere beschwören den einen Guss, aus dem das Produkt zu sein scheint, wundervolle Tracks wie „Battery“ oder „Welcome Home (Sanitarium)“.

 

Im September 1986 stirbt Cliff Burton in Schweden unter dem ins Schleudern geratenen Tourbus. Der zur Legende gewordene Burton wird durch Jason Newsted ersetzt. Mit dem Mann aus Michigan findet die Band nun die Formation, die bis in das neue Jahrtausend Bestand haben soll.

 

Metallica - …And Justice For All

 

Mit dem Album „…And Justice For All“ schafft es die Band – untypisch für ihr Genre – in zahlreichen Ländern in die Top 10. Die Ballade „One“ sorgt dafür, dass Hetfield und Ulrich nun auch in genrefremden Gefilden wildern. Mit „Metallica“, aufgrund ihres Äußeren meist Black Album genannt, setzten sie noch einen drauf. „Nothing Else Matters“ ist das beste Beispiel, aber auch „The Unforgiven“ und „Enter Sandman“ sind Tracks, die das Bild der Band prägen.

 

Natürlich gibt es Nörgler, die der Gruppe den kommerziellen Ausverkauf der Musik vorwerfen, dem gegenüber stehen eine umjubelte Tour mit Guns N´Roses und eine gigantische Anzahl von Menschen, die die Band zum Beispiel in Moskau erwartet. Von klassischem Thrash Metal kann man nur noch schwerlich reden. Mit „Metallica“ 1991 sind die Männer auf die ersten Plätze gebucht, sobald sie ein neues Album auf den Markt bringen. Das gilt auch für „Load“ 1996 und „Reload“ 1997. Einen weiteren Popularitätsschub bekommt Metallica durch das 1999 eingespielte Live-Album „S&M“ mit der San Francisco Symphony, quasi eine Luxusedition der MTV-Unplugged-Geschichten – ohne MTV. Ein opulentes Werk, das den Sonderstatus der Gruppe unterstreicht.

 

Im neuen Jahrtausend macht Lars Ulrich zunächst dadurch auf sich aufmerksam, dass er im Namen der Band offensiv gegen Napster, die seinerzeit populärste Internet-Tauschbörse vorgeht.

 

Metallica - St. Anger

 

Metallica ist eine Institution, inzwischen gibt es eine Vielzahl spannender Bücher, Hörbücher und DVDs über die Geschichte der Band – und gerät 2001 in eine schwere Krise. Newsted verlässt die Gruppe. Offiziell macht der Körper nicht mehr mit, schnell stellt sich jedoch heraus, dass er das Bedürfnis hat, sich kreativ zu verwirklichen und die Bandhierarchie dies nicht ermöglicht. Schwerwiegender ist das Problem, das Hetfield hat. Er ist Alkohol- und Tablettenabhängig und bekommt eine Pause verordnet. 2002 wird behutsam mit der Arbeit am neuen Album begonnen. Mit Robert Trujillo, ehemals bei Suicidal Tendencies, wird ein anständiger Bassist eingekauft.

 

„St. Anger“ erscheint im Sommer 2003. Metallica klingt wieder härter und schneller als in den Jahren zuvor, kehrt dabei jedoch nicht in die Tiefen der 80er Jahre zurück. Das Video zum Titeltrack des Albums wird im San Quentin State Prison gedreht, wo Johnny Cash bereits aufgetreten ist. Die Band scheint gewillt, nun ganz spezielle Meriten zu sammeln. Kein Wunder, nach etwa 100 Millionen verkauften Alben ist es sicherlich an der Zeit, etwas für sich zu tun. 2005 tritt Metallica zum Beispiel zuhause im Vorprogramm der Stones auf und nun, auch das muss anscheinend inzwischen ein großer Act haben, wird sich Rick Rubin als Produzent den Männern annehmen.





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