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Nicole Elikolani Prescovia Scherzinger kommt am 29. Juni 1978 zur Welt in Honolulu (auf Hawaii) zur Welt. Der Name verrät es, die Vorfahren der jungen Frau bilden einen wilden Mix unterschiedlichster Herkünfte. Die Mutter, Rosemary, eine Hula-Tänzerin, hat zum Beispiel russische und philippinische Ahnen, die Großmutter soll eine großartige Mariachi-Sängerin gewesen sein, den Namen Scherzinger erhält Nicole von ihrem Stiefvater, einem Soldaten mit zumindest entfernten Wurzeln im deutschsprachigen Raum (oder – wenn er sich den Namen selbst gewählt hat – einem Dachschaden).
Früh siedelt die Familie nach Louisville in Kentucky über, wo Nicole Scherzinger – noch jung an Jahren – an ihren Talenten zu werkeln beginnt. Bereits mit 14 Jahren spielt sie in einem Theaterstück mit. Sie besucht bis 1996 erfolgreich die Youth Performing Arts School, die in Louisville neben dem Besuch der High School besucht werden kann, spielt am Actors Theatre of Louisville und gewinnt einen ersten Wettbewerb: angeblich einen Coca-Cola Classic Talent Contest, könnte aber auch sein, dass es sich hierbei um eine Ente handelt, die in alle Sprachen übersetzt ist. Schließlich studiert sie noch Schauspiel an der staatlichen Gebrüder-Wright-Universität (benannt nach den Jungs mit dem Traum vom Fliegen).
Travis Meeks schmeißt 1999 seine Freunde aus der gemeinsamen Band „Days Of The New“, um sich künstlerisch besser verwirklichen zu können. Für das ambitionierte Rockalbum „Days Of The New II“ ist Nicole Scherzinger ein Jahr mit an Bord.
Eden´s Crush
Auch in den USA grassiert seit einigen Jahren die Topstars-Popstars-Modpottel-Manie. Der Privatsender WB Television veranstaltet 2001 in den USA sein erstes großes Casting, an dem die talentiertesten, die besten Amerikaner teilnehmen, um Mitglied der heißesten Sing- und Synchrontanzformation aller Zeiten zu werden. In Deutschland ist es das Jahr von Bro´Sis. Nicole Scherzinger gewinnt einen Platz von fünfen, in einem langweiligen Haufen vornehmlich nach gleichförmiger Schönheit ausgesuchter Damen. Geschmack- und farblos, ein trockener, alter Streuselkuchen, selbst die sicherlich talentierte, normalerweise hervorstechend attraktive Scherzinger verschwindet darin grau in grau. Während gewöhnlich nach unterschiedlichen Charakteren (die verrückte Nudel, die Nymphe, das kleine Mädchen) gesucht wird, reduzieren sich diese Charaktere hier auf unterschiedliche Frisuren (die mit den glatten Haaren, die mit den Locken, die mit den Strähnchen), die wahrscheinlich wiederum Hinweis auf irgendeinen Charakterzug sein sollen, was schwerlich zu erkennen ist, wenn man die Show nicht gesehen bzw. (wie üblich) nach drei Monaten aus seinem Gedächtnis gestrichen hat.
Freunde von Eden´s Crush (so heißt die Gruppe) betonen gerne, wie unglaublich viele Ethnien in der Gruppe zueinander finden. Allerdings muss die Frage erlaubt sein, was diese Feststellung soll – die rasche Trennung der Gruppe ist dann wohl eher ein Hinweis darauf, dass diese ganzen Nationen nicht miteinander können. Bei genauerer Betrachtung stellt man zudem fest, dass sich die meisten der erwähnten Nationalitäten eh in Scherzinger vereinen.
Die Gruppe ereilt das, was den meisten solcher Gruppen passiert. Nach anfänglichen Erfolgen (die erste Hitsingle ist in Kanada recht populär, das wiederum gilt in den USA nicht unbedingt als Qualitätsmerkmal), man tritt in Serien auf, wird eine Weile durch die üblichen Shows getrieben, tourt mit N´Sync und Jessica Simpson, zerreibt sich die Gruppe, noch eh sie die anstehenden Primärziele erreicht hat (ein spanischsprachiges Album ist in Planung) – und löst sich 2002 nach einem knappen Jahr wieder auf.
Nicole Scherzinger - Chasing Papi
Nicht gerade zum Nachteil Nicole Scherzingers. Sie hat ein recht bekanntes Gesicht und macht das Beste daraus. Eden´s Crush hat ihre Basis in Los Angeles, sie nutzt die bestehende Infrastruktur vor Ort, ihre schauspielerische Erfahrung und Ausbildung. Zur Performance eines Superstars muss gehören, dass er verschiedene Talente ausgebildet hat – und diese nutzt. Mit dem Singen, dem Tanzen, dem Schauspiel und dem Songwriting ist Nicole Scherzinger gut vorbereitet.
2003 spielt sie in „Love Don´t Cost A Thing“ und “Chasing Papi” Nebenrollen, steuert als Nicole Kea einen Track auf dem Soundtrack von Adam Sandlers Film „50 First Dates“ bei und tritt im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem japanischen Musiker Yoshiki Hayashi mit dem Tokyo Symphonic Orchestra und in Ferienserien auf (etwa „My Wife And Kids“) auf. Schon eine ganze Menge, aber nur Halbes, wenn man hoch hinaus will.
Nicole Scherzinger - The Pussycat Dolls
Den entscheidenden Schritt macht Nicole Scherzinger, als sie sich 2003 bei The Pussicat Dolls bewirbt, einer seit Mitte der 90er Jahren in wechselnden Besetzungen bestehenden Tanz-Burlesque-Formation, die mit unterschiedlichen Sängerinnen, Carmen Electra ist eine Weile eine von ihnen, Shows einstudiert.
Der Erfolg wird schulbuchmäßig erzwungen. Die neue Formation besteht neben Scherzinger aus Kimberly Watt, Carmit Bachar, Ashley Roberts, Jessica Sutta und Melody Thornton. Zunächst werden Auftritte, beispielsweise bei den MTV Asia Awards 2004 organisiert, Tracks auf zwei Soundtracks von Kinofilmen platziert, das Logo, die knappe Verkleidung der Gruppe vermarktet.
Mit will.i.am, Timbaland, Dr. Dre, Cee-Lo Green und Sean Garrett, und damit sind nicht einmal alle genannt, werden viele der einflussreichsten und coolsten Produzenten auf dem nordamerikanischen Musikmarkt für die Sache gewonnen. Die Tracks sind zu einem nicht unbedeutenden Teil Cover bzw. in Teilen Cover erprobter Hits. Die erste Single ist „Don´t Cha“, wird bereits im Jahr 2004 von Tori Alamaze herausgebracht, ist also Cover einer gerade einjährigen Nummer, als 2005, das ist auch wichtig, schlussendlich zwei Jahre nach dem Zusammenschluss und nach einer Menge von Auftritten, Tests und Promotionaktionen die erste Single der neuen Pussycat Dolls auf den Markt kommt.
Das Album „PCD“ wird im September 2005 veröffentlicht. Es gibt nicht allein dieses eine Album, sondern auch eine Tour- und eine Walmart-Bonus-CD – und eine Weihnachtsnummer. Ohnehin werden die Pussycat Dolls wie ein Unternehmen geführt. Hierzulande werben sie mit einer Deichmann-Kollektion, in den Niederlanden mit einer Van-Haren-Kollektion.
Busta Rhymes unterstützt mit all seiner körperlichen und wortgewaltigen Präsenz die erste Single, die gar nicht anders kann als auf den Charts zu sitzen. Später wird er von Snoop Dogg abgelöst. Das Album wird etwa 5-6 Millionen Mal verkauft, insgesamt sechs Singles werden ausgekoppelt. Erst bei der fünften, die Ende 2006 auf den Markt kommt, kühlt sich das Interesse der Öffentlichkeit etwas ab – in Holland übrigens bis heute nicht. Die letzte Single, „Wait A Minute“, kommt hier im Februar 2007 heraus, dient der Suche nach einem siebten Pfeilers in der Sing-Tanz-Formation.
Nicole Scherzinger - „Her Name Is Nicole“
Derweil bastelt Nicole Scherzinger bereits eine ganze Weile an ihrem Soloprojekt. Ab und zu gibt es Duetts mit netten älteren Herren, etwa mit P. Diddy, Shaggy oder Will Smith, oder auch jüngeren (Avant), mit Kolleginnen (Melody Thornton) oder mit Daddy Yankee, Rihanna und 50 Cent. „Whatever U Like“ kommt im Juli 2007 heraus. Bei der Single handelt es sich um das Warm-Up für „Her Name Is Nicole“. So heißt das Album, das im November 2007 veröffentlicht wird. Für alle, die es noch nicht wissen: es ist vielleicht eines der am sorgfältigsten von langer Hand geplanten Debüts der letzten Jahre. Auch hier geben sich Berühmtheiten die Klinke in die Hand. Wem auf PCD die Namen Kanye West und Pharrell Williams gefehlt haben – bitte sehr. Die erste Single ist erprobt, und zwar von Chilli und Missy Elliot. Nicole Scherzinger probiert ihn mit Clifford Joseph Harris Jr (T.I) aus Atlanta.
Wer wirklich Neues erwartet, wird sicherlich enttäuscht. Nicole Scherzinger scheint ihren Stil mit The Pussycat Dolls gefunden zu haben. surftippsCD Reviews von Nicole Scherzinger findet Ihr auf CDSTARTS.de |
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