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R. Kelly


R. Kelly ist ein amerikanischer R&B-Star, der amerikanische R&B-Star der 90er Jahre, schreiben viele, eine Hand voll Top-10-Hits in Deutschland zwischen und 2002 sind Beweis dafür – Deutschland ist allerdings auch keine R&B-Hochburg. Der 1967 in Chicago geborene Robert Sylvester Kelly ist ferner ein erfolgreicher Produzent, er schnappt sich die seinerzeit 12jährige Aaliyah, arbeitet an ihrer Karriere, noch bevor Missy Elliott und Timbaland das übernehmen, heiratet sie, als sie 15 Jahre alt ist (1994) und wird seitdem, nein, eigentlich bereits seit 1991, regelmäßig wegen des Besitzes von Kinderpornografie, der Verführung Minderjähriger, des Schwängerns Minderjähriger und der Nötigung zur Abtreibung und Produktion von Homesexvideos mit Beteiligung Minderjähriger angeklagt, freigesprochen, an die üblichen Pranger gestellt etc.

 

So auch hier. Man hat bei R. Kelly die Wahl, mit dieser Minderjährigengeschichte oder der schlimmen Kindheit zu beginnen, wir haben uns für die erste Möglichkeit entschieden. Die schlimme Kindheit: R. Kelly wächst bei seiner Mutter auf, der Vater ist tot, R. Kelly wird in seiner Jugend angeschossen und hat keine leichte Zeit. Er versucht sich als Basketballspieler und ist mit ein paar Kollegen und seinem Keyboard Straßenmusiker. Ende der 80er Jahre gründet R. Kelly seine Gruppe MGM, mit der er einen großen Fernsehwettbewerb gewinnt, Jive Records greift 1991 zu, die Gruppe ändert ihren Namen in Public Announcement, im Januar 1992 erscheint das Debütalbum „Born Into The 90´s“, die vier Singles landen allesamt in den Top 10 der R&B-Charts in den USA, „Honey Love“ und „Slow Dance (Hey Mr. DJ)“ erobern sogar den Spitzenplatz. Es ist die Zeit des New Jack Swing, das wiederum ist eine in vielen Ländern (nicht in Deutschland) gebräuchliche Bezeichnung für die Mischung aus R&B- und Hip-Hop-Elementen, für die Bobby Brown beispielsweise steht.

 

R. Kelly ist ungleich besser, das heißt erfolgreicher und eine gute Ecke kitschiger, mit „12 Play“ legt er 1993 sein erstes Soloalbum vor, „Bump N\' Grind“ erreicht den ersten Platz der gewöhnlichen Billboard-Single-Charts, die entscheidende Messlatte. Spätestens jetzt ist R. Kelly ein gefragter Mann, er arbeitet für Janet Jackson, für Michael, mit Aaliyah, „R. Kelly“ heißt das zweite Album, das im November 1995 erscheint und auf dem ersten Platz … Alles läuft prima, vier sehr erfolgreiche Singles erscheinen, „You Remind Me Of Something“ dürfte die begannteste sein, aber auch „Down Low (Nobody Has To Know)“, das Duett mit Ronald Isley von den Isley Brothers bleibt in Erinnerung, außerdem beteiligt sich Notorious B.I.G. an „(You To Be) Happy“.

 

1996 erscheint „Space Jam“, ein Film mit Michael Jordan und Bugs Bunny, R. Kelly bereichert den Soundtrack mit „I Believe I Can Fly“ und dieses Lied wird zu seinem Durchbruch in Deutschland. Die nächste, sehr erfolgreiche Single hierzulande ist „Gotham City“ vom „Batman & Robin“-Soundtrack. Im September 1998 gibt es das nächste Album, „R.“ ist der Beleg dafür, dass sich R. Kelly hier etabliert hat. Das Doppelalbum wird nicht nur viele Millionen Mal verkauft, sondern von Leuten wie Sean Combs produziert, Leute wie Nas, Céline Dion, Foxy Brown und Keith Murray arbeiten daran, das Lied „If I Could Turn Back The Hands Of Time“ (1999) wird zur bis heute erfolgreichsten Single des Künstlers in Deutschland.

 

Im November 2000 erscheint „TP-2.com“, R. Kelly hat sich inzwischen den Ruf erarbeitet, ein richtiger Künstler zu sein. Das ist eine Kategorie für die, die glauben, dass es falsche Künstler gibt. Logisch, im Ergebnis bedeutet das, dass man „TP-2.com“ mögen darf, auch wenn man normalerweise nicht auf R&B steht. Die vierte Single des Mannes aus Chicago in den Top 10 Deutschlands wird „Fiesta“, das Lied, das er gemeinsam mit Jay-Z einspielt. 2001 folgt die fünfte Single, „The World´s Greatest“ wird auf dem Soundtrack von „Ali“ veröffentlicht.

 

Ab 2002 nehmen die Vorwürfe, Anzeigen etc. zu, im Jahr darauf erscheint „Chocolate Factory“, der Mann bleibt bei seiner Linie, wird daheim weiterhin ungemein gut verkauft, allerdings beweist das Schokoladenpäckchen auf dem Albumcover nicht gerade Fingerspitzengefühl – da hätte man auch gleich einen Dauerlutscher nehmen können. Es folgen ein Best-of-Album 2003 und mit „Happy People/U Saved Me“ 2004 ein weiteres Doppel-Album, außerdem „Unfinished Business“, eine weitere Kollaboration mit Jay-Z, 2005 „TP.3 Reloaded“ und 2007 „Double Up“. R. Kelly arbeitet mit einer Vielzahl berühmter Kollegen zusammen, alleine für das letztgenannte Album schart er Snoop Dogg, Nelly, Chamillionaire, Usher, Ludacris, Kid Rock und etliche andere um sich. Im Juli 2008 wird „12 Play: Fourth Quarter“ veröffentlicht.





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