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Radiohead
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Wer über Radiohead etwas wissen möchte, wird reich beschenkt. Es sind starke Sätze, die fallen, starke Vergleiche, die gesucht werden, wenn Artikel über Radiohead aus Oxfordshire verfasst werden. Einer der größten Hüte, die vor der Rockband gezogen werden: die Musiker verarbeiten in ihrem Songwriting Strukturen elektronischen Musikschaffens und etablieren so eine Verbindungslinie zwischen zwei – Außenstehende denken so – ziemlich getrennt voneinander existierenden Komplexen. Immerhin sorgt das dafür, dass Radiohead-Alben in elektronischen Fachorganen behandelt werden, es führt also über eine Re-Etablierung elektronischer Texte außerhalb einer abgeschlossenen Bewegung hinaus zur (Re-Re-) Etablierung der Rockmusik im elektronischen Milieu.

 

Diese Feststellung stammt natürlich aus einer Zeit, in der noch feste Genregrenzen außerhalb des Metals gelten (der in diesem Fall auch unangetastet bleibt); will heißen: wenn Radiohead schon nicht die einzige Band ist, die die inzwischen ausgetretenen Pfade zwischen den Musikwelten begeht, tragen Thom Yorke, die Greenwoods, Ed O´Brian und Phil Selway zumindest die Fackel vorweg. Eine nette Abendbeschäftigung: gebt die Begriffe Radiohead und Vorreiter in die Suchmaschine eures Vertrauens.

 

Radiohead ist die intellektuelle Vorreiterin des Postrocks, Vorreiterin der Innovation (sehr fein), Vorreiterin der Kundendemokratie (ein Missverständnis), Vorreiterin des Britpop (da freut sich keine der beiden Seiten), Vorreiterin der stärker werdenden Anti-Kapitalismus und -Globalisierungsstimmung … Man merkt schnell, dass die Verehrung von Radiohead immer noch ein bisschen weiterreicht. Woanders wird eine Band geliebt und die Musik, auch wenn sie qualitativ stark schwankt, verteidigt. Radiohead-Fans können aussprechen, was ihnen nicht gefällt (gerne „Kid A“ oder „Amnesiac“). Wer eine Rockband für innovativ hält, fühlt sich an Radiohead erinnert – adelt die jeweilige Band und erklärt sich zum Experten.

 

Was woanders für Demokratie gehalten wird, ist das Angebot von Radiohead an die Fans, das Album „In Rainbows“ für einen selbst gewählten Preis zu erstehen. Die Intro weiß, dass Radiohead diesbezüglich nicht als Vorreiterband bezeichnet werden kann, in reflektierenden Fankreisen ist man ein wenig angefressen, als „In Rainbows“ später als richtige CD bei Saturn und in ähnlichen Läden zu kaufen ist.

 

Manchmal schadet es, wenn man sich zuviel mit Reaktionen auf Musik beschäftigt, gerade Radiohead ist eine von den Bands, die man besonders gut ohne das Geschwafel drum herum genießen kann – wir wollen uns auf das Wesentliche beschränken. Eins vielleicht noch: mit „Creep“ veröffentlicht Radiohead 1993 ein unglaublich gutes wie erfolgreiches Rockstück – so erfolgreich, dass Leute die Konzerte besuchen und nicht mehr als dieses eine Stück hören wollen – woraufhin sich Radiohead ziert, das Publikum zu bedienen. Das wirkt ein bisschen merkwürdig, Interviewpartner der Musiker sind meist überrascht, wie nett die doch sind. Und noch etwas: wer erstmals Radiohead hört, also kein Experte ist, spürt die Genialität vielleicht, empfindet sie in den allermeisten Fällen jedoch nicht. Und ein Versprechen: wer einem Radiohead Album (zum Beispiel „Hail To The Thief“) eine Chance gibt, es mehrfach hört, der wird belohnt.

 

Radiohead – Pablo Honey

 

Die Wurzeln von Radiohead  reichen bis weit in die 80er hinein, gegründet wird sie gegen Ende der 80er Jahre. Es sind dieselben Männer, die sich noch heute als Radiohead zusammenfinden und seinerzeit die Band aus der Taufe heben. Zwischen der Bandgründung und dem großen Durchbruch liegt für beinahe alle Radiohead-Mitglieder (bis auf Jonny Greenwood) ein abgeschlossenes Studium. Ab 1991 entstehen erste Demos, die EMI nimmt die Newcomer unter Vertrag. Auf die EP „Drill“ folgt die Single „Creep“ – noch kein Erfolg.

 

Es gibt zwei weitere Radiohead Singles, im Frühsommer 1993 das Debütalbum „Pablo Honey“, eine Tour durch Europa. In recht kurzen Abständen veröffentlicht Radiohead neues Material, im Herbst wird Creep noch einmal auf den Markt gebracht – und ist in England plötzlich in den Top 10. In den USA, wo eine kalifornische Radiostation für die Engländer die Werbetrommel rührt, wird sowohl das Album als auch das die Single ein anständiger Chart-Erfolg. Ein Anfang ist gemacht.

 

Radiohead – OK Computer

 

1994 vergeht mit zwei weiteren Radiohead EPs, „Itch“, „My Iron Lung“, das zweite Radiohead Album „The Bends“ erscheint im April 1995. Opulenter Rock, Thom Yorke seufzt, wimmert und keift herrlich, noch traut sich die Kritik nicht aus ihrer Haut … „The Bends“ gehört zu den Alben, die Fans nachträglich zur Komplettierung ihrer Sammlung kaufen.

 

Die Rockmärkte sind in jener Zeit noch klar aufgeteilt. Aus England kommt Britpop, in den USA begreift man gerade, dass alles vorbei ist, die Schüler in Deutschland sind noch recht eingefahren auf das, was sie am allerallerliebsten hören – und Radiohead ist etwas anderes. Das ändert sich. „OK Computer“ fällt im Sommer 1997 praktisch in den luftleeren Raum. Radiohead hat sich sein eigenes Universum geschaffen, legt Wahnsinnslieder („Karma Police“, „No Surprises“, „Electioneering“, „Lucky“, „The Tourist“) vor, dazu schaurig schöne Videos – und anschließend eine längere Veröffentlichungspause ein.

 

Radiohead – Kid A

 

Radiohead macht es seinen Hörern nicht leicht. Erst lässt Radiohead alle warten, dann kommt „Kid A“ im Oktober 2000 und zwingt zur Toleranz und Offenheit, zahlt diese jedoch mit einer ungeheuren Wärme zurück. Nichts ist für die Charts oder das Radio, das Radiohead Album ist allein für die, die bereit sind, sich ihre Kopfhörer aufzusetzen und zuzuhören. Wer nicht die Zeit hat, kann es mal mit „How To Disappear Completely“ versuchen und kann darüber – denn dabei wird es nicht bleiben – mit dem Opener „Everything In Ist Place“ beginnen.

 

Nicht einmal ein Jahr später erscheint „Amnesiac“. Als wäre Yorke mit seinen Freunden mit einem Besen durchs Studio gegangen, setzen die Musiker bei diesem Album auf prinzipiell die selben Mittel, nutzen jedoch klarere Strukturen, eindeutigen Themen, die jedes Lied beackert. Dadurch werden die Liedübergänge zu Herausforderungen (etwa vom düsteren „Pulk/Pull Revolving Doors“ zu „You And Whose Army?“). Bei keinem Album ist der Hörer so sehr davon abhängig, die Stimme des Sängers zu mögen. Ende 2001 gibt es noch mit „I Might Be Wrong – Live Recordings“ das erste Live-Album der Band.

 

Radiohead – Hail To The Thief

 

„Hail To The Thief“ ist schließlich wieder etwas anderes. Im Juni 2006 erscheint das Radiohead Album. Radiohead scheint sich bei den ersten fünf Alben lediglich das Operationsbesteck bereitgelegt zu haben, legt wieder ein Album vor, das mit jedem Mal besser wird. „There There“ ist eine phantastische Single.

 

Es ist der Abschied von EMI; ein für beide Seiten versöhnlicher, sollte man meinen. Jonny Greenwood spielt ein Reggae-Album ein, Thom Yorke bastelt sich an seinem Heim-PC „The Eraser“ zusammen und nährt den Verdacht, dass er doch lieber bei „Kid A“ geblieben wäre. Die Band sammelt Geld für Kriegsopfer und veröffentlicht im Oktober 2007 „In Rainbows“, das Download-Album – ein schönes, ein wirklich sehr schönes Ding, das damit überrascht, dass Radiohead bei der Sache bleibt, mit der die Band aufgehört hat.


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