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Im Überblick
Mittwoch, 16. Mai 2012
Wie entstehen Fußballhits? Sie werden so oft gespielt, bis man sie nicht mehr hören kann, wie lange das dauert, hängt vom Lied ab. Dann werden sie noch weiter gespielt, immer und immer weiter, irgendwann verbindet sich Klang mit Bild und Gefühl, eine eigenartige Sache, die besonders gut in Menschenmengen funktioniert und darin endet, dass jeder, aber wirklich jeder dieses Lied mitsingt. So entstehen die zum Beispiel.„Für nichts auf dieser Welt“ – Roger Cicero hat dem DFB einen offiziellen Song verkauft …Es gab auch schon Fußballhits, die von Fußballern – aber das waren eigentlich nie gute Episoden. Oder Fußballhits, die im Stadion entstanden sind, das ist schon wesentlich interessanter, es gibt Fußballhits, die von guten Musikern, die in erster Linie leidenschaftliche Pöhler sind, geschrieben und eingespielt werden, es gibt Fußballlieder, die gar nicht als solche gedacht sind, sondern in einer bestimmten Turniersituation einfach gut funktionieren („Dieser Weg“ von Xavier Naidoo ist das beste Beispiel), es gibt immer mehr Songs, die für spezifische Momente rund um ein Fußballturnier geschrieben werden und dann gibt es noch die offiziellen Songs. Roger Cicero singt bei der EM 2012 den offiziellen Song des Deutschen Fußballbundes. „Für nichts auf dieser Welt“ stammt vom Album „In diesem Moment“, ist im vergangenen Herbst erschienen, in dem Text geht es ums Imdreckliegen und Wiederaufstehen und Weitermachen, allerdings swingt Roger Cicero locker vor uns her – und das passt einfach nicht zu Fußball. Die UEFA und FIFA setzen bei solchen Liedern schon lange auf südamerikanische oder karibische Geschwindigkeit, die Toten Hosen zeigen gerade, wie man als Musiker im Refrain eine Stadionakustik nutzen kann, Roger Ciceros Lied ist wirklich prima, aber ihm fehlt Grundlegendes. Der genaue Moment zum Beispiel. „Für nichts auf dieser Welt“ passt vielleicht zu einem Bankett, aber nicht zu einem Grillabend mit Fernseher am Kanal und auch nicht zum Moment vor der Hymne. Es gibt Gründe, warum Oliver Pochers „Schwarz und Weiß“ seit nunmehr sechs Jahren zieht, man muss sie nicht super finden, aber kennen und kann das für sich nutzen: ein solches Fußballlied muss einfach sein und für alle da und das ist Roger Cicero nicht, das will er auch nicht sein. Fragt sich nur, warum er immer wieder solche ESC-EM-Jobs annimmt. >> Alle Artikel zu Roger Cicero anzeigen Kommentare & Bewertung » |
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