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Zwei oder drei Fragen, die es 2012 zu beantworten galt: bedeutet der Erfolg Lenas, dass ihr Weg in Zukunft immer und immer wieder imitiert werden sollte? Funktioniert Raabs Casting auch, wenn es von Thomas D geleitet wird? Wie beeinflusst die jüngste ESC-Geschichte die Teilnehmer der Zukunft? Kann dieses Casting zwischen den ganzen anderen Blockbustercastings bestehen? Eine Antwort: Roman Lob.
Es ging um die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2012 in Aserbaidschan, ARD, PRO7 und alle, die da noch was zu sagen haben, hatten sich entschieden, nach zwei durchaus gelungenen Auftritten mit Lena Meyer-Landrut noch einmal zu suchen wie man Lena fand.
Während man beim Blick auf die Top 20, die in der Castingshow Unser Star für Baku antraten, schon den Eindruck bekommen konnte, dass die große Vorgängerin auf die Teilnahmeentscheidungen Einfluss geübt hatte, hatte Roman Lob das freundliche neue Gesicht, das es zu finden galt. Der Mann ist ein sicherer Entertainer, ein bodenständiger, guter Typ, sieht prima aus und er kann singen.
Roman Lob war das Highlight der ersten Ausscheidungsshow (wie Lena übrigens), er sang ein eher unbekanntes Lied von einem eher unbekannten Musiker („After Tonight“ von Justin Nozuka) und nutzte die folgenden Wochen, um seine Vielfältigkeit zu zeigen. Mal trat er seinem Opa zuliebe ohne Mütze auf, mal servierte er sehr anspruchsvollen Rock, dann wieder anbiederndes Liedermachergeplänkel, schließlich sogar eigene Songs und während die Quoten mies waren und das offene Votingverfahren den Favoritenstatus etwas nivellierte, schipperte Roman Lob letztendlich sicher Richtung Baku.
Er war der Richtige. Man kann immer nur schicken, wen man selbst gut findet; auch wenn es in der Vergangenheit immer wieder Versuche gab, einen irgendwie internationalen Geschmack zu finden, geht der einzige Weg über die eigene Überzeugung. Roman Lob ist ein guter Typ, hat einen eigenen Kopf, einen guten Geschmack, kann ein Lied erst entern und dann glaubwürdig und unterhaltsam halten, ist Snowboarder, tätowiert, hat eine gute Figur und einen Blick, der die dafür Anfälligen dahinschmelzen lässt.
Außerdem hat er einen vernünftigen Job (Industriemechaniker). Er war schon in Metalbands, in Kinderchören, an Kirchenorgeln, Schlagzeuger, ist vielfacher Bandgründer, war bereits bei DSDS, musste dort 2007 aber wegen einer Krankheit aufgeben, beim ESC wollte er auch schon teilnehmen. 2012 geht das dann klar. Jamie Cullum gehört zu den Autoren seines Liedes „Standing Still“ und dürfte ordentlich Daumen drücken.
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