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Scorpions
Scorpions Foto © by Rudolf Schenker - Steve Jennings

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Wenn es um die Scorpions geht, muss grundsätzlich etwas über die Divergenz zwischen dem weltweiten Erfolg der Hannoveraner Rockformation und der schwindenden Anerkennung daheim seit dem „Wind of Change“-Quatsch gesagt werden. Bitte sehr. Nun, das kann man gemein finden, ist aber so. Zweifellos haben sich die Scorpions, zumindest eine Reihe von (teilweise ehemaligen) Mitgliedern in der Geschichte des Hardrocks einen Platz verdient, man muss die starke Ablehnung der Scorpions allerdings auch ein wenig verstehen – zu unangenehm ist seinerzeit dieses ganze Vereinigungs-Tralala.

 

Die Band wird, man mag es kaum glauben, in ihrer Urversion 1965 von dem Gitarristen Rudolf Schenker und dem Schlagzeuger Wolfgang Dziony im Landkreis Hildesheim gegründet. 1969 steigt Klaus Meine, der Sänger ein, ebenso Michael Schenker, der Bruder Rudolfs. In der heutigen Besetzung ist Michael nicht mehr dabei, auch der Wolfgang gehört seit 1973 nicht mehr zur Startbesetzung, seit 1979 ist Matthias Jabs zweiter Gitarrist der Scorpions, am Schlagzeug sitzt seit 1996 James Kottak und Bassist ist ab 2003 Paweł Mąciwoda.

 

1972 erscheint das erste Album „Lonesome Crow“, die Scorpions spielen als Vorgruppe von Uriah Heep und UFO in Deutschland, Michael Schenker wechselt im Anschluss zu UFO und die Scorpions lösen sich auf. Dann ersetzt Uli Jon Roth den Michael für einige Jahre, der Bassist Francis Buchholz bleibt gar für viele Jahre in der Band. Mitte der 70er Jahre tourt die Band durch Europa, findet zu sich, ihrem Klang und dem Produzenten Dieter Dierks, mit „In Trance“ feiern die Scorpions erste Erfolge in Japan, knacken sogar England und touren mit Größen der Zeit unermüdlich durch die Gegend.

 

„Virgin Killer“ wird zu einem willkommenen Skandal, ein nacktes Mädchen auf dem Albumcover muss entfernt werden, danach verkauft sich das Album prächtig. Herman Rarebell ist ab 1977 für viele Jahre Schlagzeuger der Formation, eine groß in England angelegte Gitarristen-Suche endet damit, dass mit Matthias Jabs doch auf einen jungen Hannoveraner zurückgegriffen wird. 1979 begleiten die Scorpions AC/DC durch die USA, das Album „Lovedrive“ entert die US-Charts. Es ist die gute Zeit für Scorpions-Fans, die Band befindet sich im Aufwind, nichts scheint sie stoppen zu können. „Animal Magnetism“ von 1980 ist legendär, bei den Aufnahmen zu „Blackout“ muss dann Meine plötzlich passen, ihm werden Knötchen von den Stimmbändern entfernt. Inzwischen touren die Scorpions als Headliner durch die USA – mit Iron Maiden als Vorgruppe.

 

1984 ist vorerst ein absoluter Höhepunkt in der Bandgeschichte, das Album „Love At First Sting“ mit den Hitsingles „Rock You Like A Hurricane“ und „Still Loving You“ wird zu einem sehr, sehr großen Erfolg, die Scorpions füllen dreimal hintereinander den Madison Square Garden in New York. Mit „Savage Amusement“ geht es durch Europa, den fernen Osten, Nordamerika – und selbst in das Herz des Ostblocks. Hier schlendert Meine durch den Gorki-Park und lässt sich den Wind of Change durchs Gemüt pfeifen. Michail Gorbatschow persönlich lädt die Niedersachsen-Rocker ein, den Zusammenbruch des Ostblocks gemeinsam mit ihm zu bestaunen, „Crazy World“ wird zum Soundtrack der ganz frühen 90er Jahre.

 

Von nun an sind die Scorpions mehr als nur die Hardrockformation, die ganz schön viel Erfolg hat. Die Band wird von den falschen Leuten gemocht – außerdem ist die Zeit des Hardrocks vorbei, wo er sich nicht konsequent auf die Schmusiseite des Lebens begibt. Axl Rose und seine Freunde machen gerade das Licht aus. So floppt „Face The Heat“ nach Scorpions-Maßstäben – und die nächsten Jahre werden nicht besser. Die Band beteiligt sich 1996 an der Gesellschaftsgründung Deutsche RockLiga, in der Maffay, Westernhagen und Ähnliche mehr Rock und Geschmack im Radio fordern. Gleichzeitig (bzw. etwas später) versuchen die alternden Herren, dem Zeitgeist irgendwie zu folgen und experimentieren mit Elektrozeug und neumodischen Wortspielen auf „Eye II Eye“, wobei sie sich beinahe ein bisschen lächerlich machen. Die Scorpions sind für Charity-Veranstaltungen und Jahrestag-Begehungen da, in besseren Momenten für die Fusion von Rock und klassischer Musik.

 

Ferner wird die Band weiterhin produzieren, trotzig ihren alten Weg wieder einschlagen, diesen beibehalten und sich im Zeitalter großer Reunions in schöner Regelmäßigkeit mit alten Kollegen Bühnen teilen.


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