ELIXIC on Facebook    ELIXIC on Twitter
 Musik Portal - ELIXIC Startseite   NEUE SONGS       LEXIKON       BIOS       ELIXIC.TV
POP   DANCE   ELECTRO   HIPHOP-RNB   ROCK   JAZZ   FOLK
Musik Mp3 Portal Elixic

Stefan Raab
Stefan Raab Foto © by Willi Weber ProSieben

 Stefan Raab 

 Zum Thema
Alle News zu Stefan Raab

 Fotos
Stefan Raab Bild 2645  Stefan Raab Bild 2644  Stefan Raab Bild 2643  
 Alle Fotos und Bilder von Stefan Raab
 Downloads

Der deutsche Fernsehunterhalter, der „Showmaster“, gerade der, der am Samstagabend das Fernsehvolk erquickt, gibt sich gerne schlüpfrig. Es verblüfft daher, dass lange ausgerechnet Stefan Raab so etwas wie Niveau abgesprochen wird. Sein Fehler: er ist nicht beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Unser Wunsch: er soll seine Karriere bitte beim Privatfernsehen fortsetzen. Kaum etwas ist erbärmlicher als die Versuche dieser öffentlichen Organe, dem hippen Teil des Privatfernsehens hinterherzukommen, was nicht selten in kostspieligen Abwerbeunternehmungen endet; alles Pleiten.

 

Viele der Sachen, denen man bei anderen Sendern hinterherläuft, sind irgendwann einmal von Stefan Raab angestoßen worden. Er hat als Viva-Moderator, eine Ukulele unterm Arm, bei Musikerkollegen Angst und Schrecken verbreitet, seine Late Night Show zu einem einzigen Experimentierfeld bzw. Spielplatz neuer Fernsehmöglichkeiten ausgebaut, er hat junge Musiker gefördert, alte Musiker gefördert, ist als Blödelbarde unterwegs, Stefan Raab, ein Ehrenmann des sportlichen Wettkampfs hat die Samstagabendunterhaltung, die Königsdisziplin des deutschen Fernsehens, die von alten, überteuren Schlachtrössern dominiert wird, gefühlte 500 Jahre lang nicht verändert wurde und nach Käsefüßen riecht, revolutioniert. Man kann Stefan Raab einen dummdreisten Aufschneider, Blödmann und schlicht eine Arschgeige nennen, das ist kein Problem. Man kann ihm jedoch nicht absprechen, dass er für Bewegung im Fernsehen sorgt.

 

Ferner hat Stefan Raab die beste Showkapelle des deutschen Fernsehens an seiner Seite: die heavytones haben diese Bezeichnung verdient, da sie über ihr druckvolles Spiel hinaus auf unterschiedlichste Weise in den Ablauf bei TV Total, der Hauptsendung Stefan Raabs, eingebunden sind. Auch wenn TV Total aus marketingtechnischen Gründen, die uns nicht interessieren, eine wirkungsvolle Werbeplattform für Kunstschaffende aller Art (Schauspieler, Musiker, Schriftsteller, andere Moderatoren …) ist, lässt sich das Tätigkeitsfeld Stefan Raabs nicht so einfach umreißen – vielleicht doch: der Mann ist Moderator, Komponist, Arrangeur, Produzent – und Metzger.

 

Stefan Konrad Raab kommt im Oktober 1966 in Köln zur Welt. Er absolviert sein Abitur am Aloisiuskolleg, einem Jesuitengymnasium, wo er unter anderem mit Till Brönner eine kleine Kapelle hat, in der er am Schlagzeug sitzt (Tipp für die Suchmaschine: „Frauen kann man trauen“). Es folgt der Wehrdienst, ein Jurastudium und die Metzgerlehre quasi auf dem zweiten Bildungsweg beim Vater im Betrieb.

 

Genauso wenig, wie Stefan Raab heute primär als Musiker wahrgenommen wird, ist sein Weg ins Musikgeschäft geradlinig. Er macht erst etwas Vernünftiges, bevor er sich ein eigenes Tonstudio einrichtet. Bereits während seines Studiums produziert er Jingles für Fernsehshows und Werbespots. Stefan Raab arbeitet für Musiker der frühen 90er Jahre, gründet den Roof Groove Musikverlag Stefan Raab und das Label RARE. Auch eigene Produktionen als Schäng and the Gäng entstehen.

 

Stefan Raab – Vivasion

 

Im Dezember 1993 wird VIVA in Köln gegründet, Stefan Raab bietet seine Dienste an und erhält seine eigene Sendung. Wenige Wochen nach der Gründung startet VIVASION, seine Sendung, die bis 1998 läuft. Nun Moderator, provoziert Stefan Raab deutsche Showgrößen, verspottet sie, indem er ihnen kleine Lieder (Raabigramme) spielt, er ist bereits die Parodie eines deutschen Showmasters auf einem sehr begrenzten Raum, hält sich einen Zuschauer der Woche, zelebriert seinen Einmarsch ins Studio, besonders wertvoll sind jedoch seine Außentermine. Eine Leiste mit Knöpfen, über die verschiedene Einspieler aus der Welt des Fernsehwahnsinns aktiviert werden, gehört bereits zum Equipment.

 

Zur Weltmeisterschaft 1994 startet er dann als Chartstürmer, als rasender Reporter ist er in den USA vor Ort und veröffentlicht im JuliBöörti Böörti Vogts“, zeitweise Platz vier der deutschen Charts. Stefan Raab ist nicht der beste Sänger, unglücklicher Weise entscheidet er sich, zu rappen, etwas, was man heute lieber vergessen möchte. Dafür legt er sich, erklärter Feind des Playbacks und rhythmischen Mitklatschens, mit der Showgröße Dieter Thomas Heck an, die ihm übelnimmt, dass er mit der Playbackverarschung spielt. Ein Jahr nach dem WM-Sommer, aus fußballerischer Sicht eine ziemliche Pleite, hilft er Jürgen Drews aus der Vergessenheit, ebenfalls nicht unbedingt eine Glanzleistung. Mit Drews, Bürger Lars Dietrich und dem alten Schlager „Ein Bett im Kornfeld“ geht es wieder in die Charts – diesmal nicht ganz so weit nach vorne.

 

Dafür ist 1996 Zeit, die Sendung mit der Maus hat Geburtstag, Stefan Raab produziert „Hier kommt die Maus“, lediglich an Fools Gardens „Lemon Tree“ kommt das Lied nicht vorbei. Inzwischen hat er genug Material für ein Album, mehr eine Kompilation, „Schlimmer Finger“ erscheint im November 1997 – ein Echo als bester Produzent ist der Lohn (Moses P. bricht ihm während der Verleihung die Nase). Stefan Raab komponiert unter dem Pseudonym Alf Igel für Guildo Horn, ein unvergessener wie unerträglicher Hype ist die Folge, an dessen Ende der Eurovision Song Contest immerhin den Klauen des Schlagers entrissen ist. Für 1LIVE hat er eine Weile seine eigene Sendezeit als Prof. Hase, 1998 erscheint eine Zusammenstellung seiner Anrufe.

 

Stefan Raab – TV Total

 

Seit 1999 produziert Brainpool mit Stefan Raab TV Total für Pro 7, im Grunde eine Weiterentwicklung von VIVASION zur Late Night Show. Natürlich bleiben dabei einige der ursprünglichen, anarchischen Aspekte auf der Strecke, andererseits scheint TV Total die perfekte Bühne für die Faibles Stefan Raabs zu sein. Er hat einen festen Stab von Kollegen, die er für die unterschiedlichen Produktionen um sich schart, Elton etwa wird als Praktikant gecastet. Das zunehmende Gewicht seiner Show, der wichtige Sendeplatz und der größere Sender sorgen für eine Zunahme von Klagen von Leuten, die sich durch die Sendung in ihrer Würde – keine Ahnung.

 

In den ersten Jahren entstehen bei TV Total – quasi als Abfallprodukte – immer wieder Singles, kleine Spielereien ohne lang anhaltendem Unterhaltungswert, aber ungemein erfolgreich. Er verhilft den Ö La Palöma Boys zu 2,5 Hits, bastelt „Maschendrahtzaun“ und „Hol Mir Ma Ne Flasche Bier“ (O-Ton Kanzler Schröder) – zwei zweite Plätze im Jahr 2000. Auch „Wir kiffen“ und „Gebt das Hanf frei“ (Christian Ströbele) sind Beleg dafür, dass er einfach ein Händchen hat. Mehr nicht.

 

Wer sich noch einmal einen Überblick über die Frühzeit von TV Total verschaffen möchte, der sollte sich das TV Total Album aus dem März 2000 zulegen. Darauf findet sich neben dem wundervollen Raabigramm für Dieter Bohlen und „Der Puller von Dubinski“ auch „Wadde Hadde Dudde Da“, der Titel, mit dem Stefan Raab 2000 selbst beim Eurovision Song Contest antritt und einen sagenhaften fünften Platz erreicht (trotz Balkan, Warschauer Pakt und Skandinavien). Mit „Space-Taxi“ für den Soundtrack von diesem blöden „Traumschiff Surprise“ schließt sich ein Kreis – Stefan Raab verlagert ein wenig sein Betätigungsfeld.

 

Stefan Raab – SSDSGPS

 

Ein bisschen Antwort auf die ärgerliche DSDS-Geschichte und ein neuer Anlauf zum europäischen Popthron ist Stefan sucht den super Grand Prix Star (SSDSGPS). Die spannendste Fernsehcastingshow Deutschlands ist die Folge, Max Mutzke geht als Gewinner hervor und mit Stefan Raab nach Istanbul, wo die beiden am Ende mit einem achten Platz richtig angefressen nach Hause geschickt werden.

 

Das ist im Jahr 2004, Stefan Raab sattelt um. TV Total bekommt Kinder, in etlichen Shows (Wok WM, Turmspringen, Springreiten, …) stellt der Moderator seinen verbissenen Ehrgeiz unter Beweis (das gipfelt in der Show Schlag den Raab), es zeichnet Raab aus, dass er selbst dort, wo es albern wird, sorgsam arbeitet. Die besten Formate, die er kreiert, sind jene zur Bundestagswahl 2005. Er benötigt keine Pappnasen, selbst Politiker entlarven sich bei ihm, die Expertengruppe, die für seine Sendung gecastet wird, schafft das wertvollste politische Format der deutschen Fernsehgeschichte. Der nächste musikalische Wurf ist der Bundesvision Song Contest, eine Parodie des europäischen Bruders, nur spannender. Für jedes Bundesland tritt ein Künstler an, ein ungemein abwechslungsreiches Konzert ist die Folge, die Sieger werden in der Regel nicht von einer Mehrheit irgendwelcher Experten prognostiziert. Stefan Raab nimmt sich der Nachwuchsförderung an, auch so ein Feld, das irgendwann einmal brach liegengelassen worden ist.

 

Nachdem 2007 das Talent Max Bushohl DSDS verlässt und von Raabs Intimfeind Dieter Bohlen prophezeit bekommt, dass aus ihm nichts wird, bemüht sich TV Total um den Musiker, der jedoch nicht auftreten darf, weil er vertraglich an RTL gebunden ist. Pro 7 sendet eine Dokumentation über den Werdegang von Buskohls – und Raab kündigt seine zweite Castingshow an, in der der Vater von Buskohl in der Jury sitzt. Der Titel: Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte und gerne bei RTL auftreten darf. Wieder melden sich Sänger, die man gewöhnlich nicht im Fernsehen sähe, wieder entspannt sich ein unglaublich spannender Wettbewerb, aus dem Stefanie Heinzmann als Gewinnerin hervorgeht. Bei all den Erfolgen und Formaten ist nicht zu übersehen, dass Stefan Raab ein knallharter Geschäftsmann ist, manchmal jedoch die einzige Alternative …


Suche
Top News
Stefan Raab
facebook
Newsletter
Nichts mehr verpassen und alle TOP News per Mail erhalten. Einfach E-Mail Adresse eingeben:
we say yes
Surfmusik.de bietet eine umfangreiche Sammlung an Web-Radios.
Du bist hier: MP3 Musik > Musiker Star Porträts > Stefan Raab
  Impressum        AGB        Kontakt        Mediadaten        Presse