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Texas Lightning ist eine Country-Band aus Hamburg, die 2006 triumphal durch den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest zieht und einen ordentlichen Platz beim großen Wettbewerb einfährt – ordentliche Plätze reichen deutschen Journalisten aber nicht. Das wird zu ernst, wenn wir das vertiefen, und der Band nicht gerecht: Texas Lightning bzw. Texas Lightning & The Rodeo Rockets (so heißt die Band zunächst) macht meistens immer Spaß. Von der Urbesetzung der Band, die 1996 gegründet wird, gehört am Ende nur noch Jon Flemming Olsen zur Formation.
Der Düsseldorfer hat eine Bandbiografie, die bis in die späten 70er Jahre zurückreicht, ist als Album-Cover-Designer tätig und der Mann hinter dem Tresen bei „Dittsche – das wirklich wahre Leben“. Dafür arbeitet er bereits seit dem Jahr 2000 mit Olli Dittrich (Dittsche) zusammen, übernimmt den ernstzunehmenden Part in einer albernen improvisierten tagesaktuellen Unterhaltung, seit 2004 wird „Dittsche“ als eigenständige Sendung beim WDR gezeigt. Ebenfalls im Jahr 2000 hat Texas Lightning den ersten Auftritt im Knust (Hamburg), zur Besetzung gehören neben The Flame Olsen Miss Susu Belle, Chris Walther, Little Mick Schulz und Stefan Hansch. Texas Lightning erarbeitet sich, das gehört sich einfach so, einen passablen Ruf als Live-Band, muss allerdings immer wieder Bandumbesetzungen verkraften.
Zunächst geht Bassist Walther, Larry Kils ersetzt ihn, dann geht E- und Dobro-Gitarrist Schulz, Markus „Fastfinger“ Schmidt, der zweite der berühmten Eurovision-Besetzung, steigt bei Texas Lightning ein. Mit dem zunehmenden Live-Erfolg in Hamburg und Umgebung wird die Band professioneller, erste, selbst produzierte CDs werden eingespielt, sogar im benachbarten Ausland, in Dänemark und Holland, Auftritte absolviert. Kurz vor dem Engagement auf einem Luxusdampfer (MS Arosa Blue, fünf warme Mahlzeiten am Tag), springt Kils ab, mit dem Kontrabassisten Uwe „Friendly“ Frenzel steigt der dritte Mann der berühmten Besetzung von Texas Lightning ein. 2004 erspielt sich die Band den Country-Music-Förderpreis, tourt durch Deutschland, nach Polen und Dänemark – am Ende steigen auch Schlagzeuger Stefan „Texas“ Hansch und die Sängerin, Gitarre- und Mandolinenspielerin Susu Belle aus.
Texas Lightning – Meanwhile, Back At The Ranch …
Olli Dittrich, ein alter Kollege von Olsen und Schmidt, mit Olsen als Dittsche aktiv, eine richtige Fernsehberühmtheit, ein Liedermacher, Mitglied bei „RTL Samstag Nacht“, ambitionierter Schauspieler, eine unglaublich flexible Gestalt, inzwischen auch noch Werbeikone und Mitte der 90er Jahre mit Wigald Boning Die Doofen, und damit sensationell erfolgreich („Prinzessin de Bahia Tropical“), wird Trommler bei Texas Lightning, ein Schritt, der erhöhte mediale Aufmerksamkeit garantiert, was, weil alle Beteiligten sausympathisch sind, der Fernsehöffentlichkeit nur gut tut.
Der eigentlich entscheidende Schritt ist dann allerdings der Einstieg der Musikerin, Lehrerin, Musicaldarstellerin und unglaublich viel mehr Jane Comerford, die zur Stimme von Texas Lightning wird und der ganzen Veranstaltung den letzten authentischen Anstrich gibt. Nun haben wir sie, die große Besetzung, das Repertoire von Texas Lightning umfasst bekannte Rock-, Pop- und Country-Nummern sowie eigenes Material …
Im Herbst 2005 wird „Meanwhile, Back At The Ranch …“ veröffentlicht, anschließend steht eine Tour durch Deutschland an, Anfang 2006 die Qualifikation zum Eurovision Song Contest. Im Jahr zuvor tritt für Deutschland ein ehemaliges DSDS-Sternchen mit einem Lied an, das es im Refrain nicht beherrscht, und wird vom europäischen Publikum völlig zurecht nicht besonders gut bepunktet – was in den deutschen Medien wiederum irgendwelchen komischen osteuropäischen Seilschaften zugeschrieben wird (die sich allerdings – wenn wie existieren – für einen griechischen Beitrag entscheiden). Statt die unerträglich dumme Bevorzugung aufzugeben (deutsche Lieder müssen nicht durch die Vorqualifikation) schaffen die Unterhaltungschefs der ARD auch noch die öffentliche Qualifikation in Deutschland ab, erlauben aber dem Telefonpublikum, sich entweder für Thomas Anders, Vicky Leandros oder Texas Lightning zu entscheiden. Eine klare Sache, komischerweise auch für die ARD-Zuschauer.
Der Song Contest 2006 wird zum – für Schlagerfans – denkwürdigen Ereignis. Lordi gewinnt triumphal, Country-Musik aus Deutschland landet auf dem 15. Platz. Man ist ENTTÄUSCHT. Im Jahr darauf wird ein Swing-Star ins Tango-Land Finnland geschickt und man wird WIEDER ENTTÄUSCHT. Der fehlenden internationalen Anerkennung zum Trotz wird „No No Never“ von Texas Lightning in Deutschland zum Hit, auch das Album verkauft sich vortrefflich. In der Folge wird Jane Comerford zur Fernsehcasting-Gesangslehrerin, Olli Dittrich traut sich, die Lieder, die ihm wirklich am Herzen liegen, zu veröffentlichen, Jon Flemming Olsen forscht über Imbisskultur in Deutschland – Zeit für eine Pause. Zuvor schreibt Jane Comerford „Seven Ways To Heaven“, den Titelsong zum Film „WinneToons“ – aber das wisst ihr natürlich.
Texas Lightning – Western Bound
Und weil das so ein Vergnügen macht, vor der geplanten Pause ein gemeinsames Lied zu produzieren, wird aus dem Lied ein Album. „Western Bound“ ist der Soundtrack zum Film „WinneToons – Die Legende vom Schatz im Silbersee“, von Texas Lightning in Zusammenarbeit mit dem Babalsberger Filmorchester eingespielt – und ab Mitte April 2009 im Handel. surftippsCD Reviews von Texas Lightning findet Ihr auf CDSTARTS.de |
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