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Thomas Godoj, Thomas Godoj, Thoma … 2008 ist Thomas Godoj für sehr viele Fernsehjunkies in Deutschland natürlich ein Superstar, ein Mann, dessen Name man einfach kennen muss, der eine schwierige Vergangenheit hinter und eine große Zukunft vor sich hat, der eine neue Epoche des erfolgreichen deutschen Superstars einleiten soll und sonst und überhaupt ganz besonders super ist. Thomas Godoj singt bei DSDS, scheint da allerdings nicht hin zu gehören, er ist nicht so schnuckelig und so jung wie die anderen Kandidaten, macht auch nicht die Musik, die Dieter Bohlen schreiben kann …
Deutschland sucht den Superstar hat schon viele ähnliche Kandidaten hervorgebracht, Kandidaten mit Charakter, mit einem eigenwilligen, von dem, was man Bohlen zuschreibt abweichenden Stil, mit aufgeregten, sehr aufgeregten Anhängern, einer hochdramatischen Aschenputtel-Geschichte – bei dem Thomas Godoj scheint das alles noch ein wenig größer, hysterischer zu sein.
In den Foren, von denen Anfang 2008 gleich mehrere große aufmachen, wird nicht nur vor Thomas Godoj niedergekniet, er wird zugleich seziert, jedes nur kleinste Detail ist Anlass zur Spekulation (hatte er eine schwere Krankheit?) – er ist der Verlierer. Das ist das eigentlich Komische, jedem Casting-Kandidaten, jedem Fernsehmenschen überhaupt wird der Einfachheit halber ein Hauptattribut zur Simplifizierung seines Images verpasst. Und Thomas Godoj, der scharmante Rocker aus dem Ruhrgebiet, mit Fachabi, Ausbildung und einigen Studienjahren auf dem Buckel, ist der Verlierer. Ein Star, dem geholfen werden muss, wird der Verlierer zu dem Favoriten, derart hoch gehandelt, dass der Verlierer im Finale letztendlich nur verkacken kann. Die Fans stimmen sich auf einen Kantersieg ein, Fady Maalouf, ein starker Sänger mit einem ebenfalls interessanten Image scheint keine ernsthafte Konkurrenz zu sein, wenn es um die Beliebtheit geht. Das Ganze lässt das Finale zu einem anständigen solchen werden, im Jahr zuvor ist der Herausforderer hoffnungslos überfordert und eigentlich bereits in einer der Vorrunden gescheitert.
Thomas Godoj kommt 1978 in Rybnik, das ist in Polen, zur Welt. Die Familie zieht Anfang der 80er Jahre nach Deutschland – der Tom, wie er unter anderem genannt wird, macht sein Fachabitur in Recklinghausen, wird Technischer Zeichner und studiert an der Fachhochschule Bochum Bauwesen. Er ist arbeitslos als er sich bei DSDS meldet, gibt an, von Hartz IV zu leben und dass ihm das unangenehm ist. Thomas Godoj ist eine ehrliche Haut, wiederholt das ein paar Mal und ist damit selbst für das Image verantwortlich, das ihn mit Sicherheit auch ein gutes Stück trägt – das allerdings ein wenig frustrierend für alle sein dürfte, die wirklich nicht viel erreicht haben …
Thomas Godoj hat sein Herzblut in verschiedene Bandprojekte gesteckt, immer, so hört es sich zumindest an, mehr gewollt als letztendlich dabei herauskam; er fühlt sich seinen Eltern gegenüber zu Dank verpflichtet, und das sollte jeder, dessen Eltern wie seine Tapfer die Berufung des Kindes unterstützen, während die Welt doch vor Vernünftigem nur so wimmelt. Thomas Godoj spielt beispielsweise bei Tonk!, einer Formation, die das spielt, was man eine Weile New Metal, davor (zumindest in Deutschland) Crossover schimpft, zuvor ist er bei Cure of Souls, einer Rockgruppe, mit der er bereits einige Wettbewerbe recht erfolgreich absolviert. Wink, eine Deutschrock-Formation, ist eine weitere Etappe in der jungen Karriere des Sängers, eine letzte ist FluxKompensator, eine vielstimmig auftretende 80er-Coverband.
Der große Wurf ist nicht dabei, und so wird DSDS, das Musikformat für die Fernsehnation mit Dieter Bohlen, der so, und nur so den Status erhält, den er für sich als angemessen empfindet, zur letzten Chance. Wir müssen es ein wenig präzisieren: Thomas Godoj ist weniger der Verlierer als der in die Jahre gekommene Newcomer, für den Bohlen, RTL, DSDS und natürlich ihr, seine Fans, die allerletzte Chance sind. Godoj, dem die Zeit ein wenig davongelaufen ist, erhält eine neue Chance, das wird gepredigt, das kommt gut an und irgendwie ist das schon wieder lustig: was dem alten Bühnenhasen eine letzte Chance, ist vielen superjungen Häschen der erste zerplatzte Traum.
Dabei ist Thomas Godoj ein guter, ein sehr anständiger Rocksänger, der in seinen Glanzmomenten tief in den Wäldern des Grunge wildert – und bei dem selbst Dieter Bohlen keine klare Linie fährt. Der Juror betreibt oft ganz offensichtlich Politik, der Gewinner der Vorgängerstaffel ist sein Rennpferd, hier ist er merkwürdig distanziert, die Kommentare wirken in der Regel differenziert, reflektiert und ehrlich.
Thomas Godoj hat seinen vermutlich entscheidenden Auftritt gleich zu Beginn, er singt „Chasing Cars“ von Snow Patrol vor den Motto-Shows, die gesamte Jury krönt ihn im Anschluss zum großen Favoriten der gesamten Veranstaltung. Während sich eine Hysterie um den Sänger entwickelt, marschiert dieser bei durchaus schwankenden Leistungen ins Finale, wo er auf Fady Maalouf trifft. surftippsCD Reviews von Thomas Godoj findet Ihr auf CDSTARTS.de |
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