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Udo Jürgens
Udo Jürgens Foto © by BMG

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Wer nicht besonders beleckt ist in deutscher Schlagergeschichte, der wird sich bei einem Konzert von Udo Jürgens das Lachen kaum verkneifen können – hysterische Massen bejubeln einen alten, durchaus attraktiven Pianisten, der so lange seriös wirkt, bis er irgendwann verschwitzt und im Bademantel auf der Bühne steht. Es ist die Geste des gottgleich verehrten Meisters, mit der er seinen Jüngern zeigt, dass er bereit ist, sich über das körperlich Machbare für sie zu quälen, dass es ihm eine Ehre ist, sich für sie zu opfern. Ein nicht ungeschickter Griff hinein in die Zauberkiste der großen Diven – womöglich haben die den Kniff vom Schlagerstar?

 

Schlager – darauf reagiert Udo Jürgens etwas gereizt. Er besteht darauf, sich aussuchen zu können, in welche Schublade wir ihn stecken. Ihn stört vermutlich, dass der Schlager den Ruf des Banalen, des „Unkünstlerischen“ und „Unpolitischen“ hat und kann darauf verweisen, dass er sich in den 70er Jahren, zum Beispiel mit „Ein ehrenwertes Haus“ sehr wohl sozialkritischen Themen zuwendet, das längst nicht das einzige Lied ist, er vielen Staatsmännern begegnet ist, er vermutlich nie vor einem Genre haltgemacht hat und eine Vielzahl seiner Hits einen ganz eigenen Kanon eines abgeschlossenen Universums bilden:

 

Es sind seine Lieder, die auf den runden Geburtstagen, den Landjugend- wie den Vereins- und Seniorenfeiern gespielt werden, er scheint einfach zu gemeinschaftlicher Glückseligkeit zu gehören, einige seiner Lieder sind die letzte Waffe, die Ultima ratio des DJs bei allzu heterogen besuchten Veranstaltungen. Auch wer von sich behauptet, keine Schlager zu hören bzw. zu mögen, der kennt im deutschsprachigen Raum von mindestens drei Liedern aus der Feder von Udo Jürgens den Refrain – was natürlich im Umkehrschluss bedeutet, das nicht wenige die Entscheidung, keine Schlager zu mögen, mit den Liedern des Komponisten begründen.

 

Udo Jürgens, der Komponist – das ist eine Sache, die dem Selbstbewusstsein bzw. dem Selbstbild des Udo Jürgens zugrunde liegt. Die meisten seiner Lieder komponiert er selbst, seine Karriere beginnt mit dem Erfolg des Komponisten Jürgens, er zieht junge Hörer in einer Zeit, in der englischsprachige Musik immer populärer wird, in (bisher) sechs Jahrzehnten komponiert er auch für internationale Stars, die des Schlagerns unverdächtig sind. Dann wiederum spielt er mit den deutschen (1978, 1990) und österreichischen (1998) Nationalelfen Lieder ein, die zu den am lieblosesten zusammengeschusterten Schinken aller Zeiten gehören – Schlager, aber mit Ausrufezeichen. Das, was Udo Jürgens vielleicht zu dem fehlt, was er von sich selbst denkt, ist eine mutige, auch politische Positionierung, ein Bekenntnis – wie man es von Grönemeyer zu hören glaubt, das bei Jürgens, das ist dann wieder die Schublade, einfach überhört werden. Mit seinem Sprung an die Seite Roland Kochs im jungen Jahr 2008 begibt er sich genau in die Ecke, in der diejenigen, die ihn eh nicht leiden können, schon immer sehen.

 

Udo Jürgen Bockelmann

 

Udo Jürgen Bockelmann kommt im September 1934 im österreichischen Klagenfurt zur Welt. Der Vater entstammt einer Bankiersfamilie, die Mutter der norddeutschen Heidelandschaft, was dem Udo – das gehört einfach dazu – die Verwandtschaft mit den Dadaisten Hans Arp bringt.

 

1948 beginnt er, Musik zu studieren, 1950 erhält er bei einem Wettbewerb für Komponisten einen Hörerpreis des Österreichischen Rundfunks, ab 1954 führt er den Namen Udo Jürgens. Nach einem Auftritt in Belgien nimmt er die Gelegenheit wahr, für die Waliserin Shirley Bassey zu komponieren, die mit „Reach For The Stars“ einen großen Hit landet. Lale Andersen interpretiert seine erste wichtige Nummer „Jenny“ 1961 als „Jonny“. Für Österreich tritt er ab 1964 in drei aufeinanderfolgenden Jahren beim Grand Prix Eurovision de la Chanson an, auf „Warum nur, warum?“ (fünfter Platz), folgt „Sag ihr, ich laß sie grüßen“ (vierter Platz) und 1966 der erste Platz mit „Merci Chéri“ in Luxemburg.

 

Sammy Davis Jr. spielt viele Jahre das aus Jürgens Feder stammende „If I Never Sing Another Song“, die eigenen Hits spielt Jürgens in jener Zeit in mehreren Sprachen ein, „Wakare No Asa“ wird 1972 ein Nummer-eins-Hit in Japan. Unglaublich, wo der Mann überall Erfolg hat – in China sitzen die Menschen vor der Glotze, in Frankreich hat er 1964 einen Superhit, sein einziger erster Platz in den deutschen Single-Charts, „Griechischer Wein“, wird in vielen Sprachen und durch diverse Interpreten vorgetragen ein Hit, in Griechenland wird Jürgens, wie auch der Autor des Textes, Michael Kunze, von hohen Vertretern der jungen Republik geehrt. Kunze arbeitet seit 1970 als Texter an der Seite des Schlagerkomponisten.

 

In den 70ern spielt er in Berlin vor 75000 Menschen, in Rio de Janeiro mit Shirley Bassey im Maracana-Stadion. Er spielt in Kanada und den USA, 1978 hat er mit „Buenas Dias, Argentina“ unglaublichen Erfolg mit der deutschen Nationalelf, was der jedoch nicht unbedingt Glück bringt … worauf der Udo den Bundestrainer im Anschluss mit „Der Mann mit der Mütze“ in den Ruhestand schickt.

 

Udo Jürgens wandelt zwischen den Musikwelten – sind es in den 60ern noch vornehmlich Schlager, ist „Lieb Vaterland“ (1971) ein sozialkritisches Chanson, wie man es vornehmlich aus Frankreich kennt. Er arbeitet mit James Krüss an Kinderliedern und wird mit „Aber bitte mit Sahne“ (1976) in Discos gespielt. Er spielt Rock-, Country- und sogar Reggaenummern ein. Auch wenn die Hits bei den oben genannten Veranstaltungen von den oben genannten DJs nahezu komplett aus den 70ern stammen, reißt die Begeisterung für den Musiker in der Folge nicht ab. Im Gegenteil: die Tourneen, die er Anfang der 80er gibt, sind noch besser besucht als zuvor, der Versuch, nur die Ehrungen aufzuzählen, die ihm zuteil werden, ist lächerlich. Gebongt: In Österreich wird er vom zuständigen Minister 1984 zum Professor geschlagen, er ist mit den Wiener Symphonikern unterwegs, im ZDF werden ganze Abende für ihn frei geräumt, er trägt sich in das goldene Buch der Stadt Berlin ein, und zwar an dem Abend, an dem die Mauer fällt.

 

Er ist eine lebende Legende, wird als Komponist vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen gebucht, auch als Darsteller in Serien. Seine starken Jahre als Schauspieler hat er allerdings in den 50ern und 60ern, in denen er in etlichen Heimat-, Klamauk- und Musikfilmchen die Herzen entzückt. „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ ist auch der Titel eines Spielfilmes von 1966 mit Joachim Fuchsberger. Seit den frühen 90ern wird Udo Jürgens regelmäßig für sein Lebenswerk ausgezeichnet, selbst die FIFA reiht sich in den Reigen der Auszeichner ein.

 

1999 gründet er seine eigene Stiftung, die sich neben der Unterstützung benachteiligter Kindern auch der Begabtenförderung widmet. Bei 900 komponierten Liedern und 80 Millionen verkauften Alben kann man sich schon einmal solch umfangreicher Aufgabengebiete zuwenden, der regelmäßige Kapitalzufluss ist mittels einer Pauschale geregelt, die bei jedem Verkauf in den einzelnen Geschäftsfeldern (Konzerte, Musikmedien) an die Stiftung übertragen wird.

 

Ende 2007 wird in Hamburg das Musical „Ich war noch niemals in New York“ mit 23 seiner Hits uraufgeführt.


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