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Sucht mal nach Wedding. Ihr findet nur Mist. Aber diese phantastische Band hier, die findet ihr – ihr habt sie jetzt gefunden. Wedding kommt aus Berlin (natürlich), hat die seltene Gabe, dem Deutschrock soviel Tiefe abzugewinnen, dass man bei manch einem Lied ins Tischtuch schnäuzen möchte, ist dicht am alltäglichen Gespräch, dabei so assoziativ, dass man den Sänger mitunter im eigenen Kopf wähnt und hat eine fast schon kecke Verspieltheit, kommt vom Blues, aber auch mal mit Reggae oder Countryanleihen daher …
Diese Band erzählt vom Leben. Und kennt sich darin aus. Wedding klingt nach einem langen Weg, nach einer Zeit, in der man im Regen noch Mantelkrägen hochschlug, Nebel in den Kneipen hing und man die tiefe Schwärze der Nacht in Haaren riechen konnte. Wedding hat Haltung, zeigt etwas Altes, das aber nie seine Relevanz verloren hat.
Apropos Altes: irgendwer hat sich mal die Mühe gemacht und der Musiker Lebensalter zu einer Gesamtlebenserfahrung addiert und kam auf fast 300 Jahre, wovon die Bestandteile der Band etwa 200 bereits auf Bühnen und in Studios verbracht haben. Wedding besteht aus Tonnen von Erlebnissen und Momenten des Schicksals, des Glücks und Glaubens, des entschiedenen Handelns und Zweifelns, guten Essens und Kindervomsportabholens.
Aber das zählt alles nur, weil man es den Liedern anhört. „Brot der Woche“, der Titel des Albums von 2012, klingt für sich etwas albern, spricht aber für die Souveränität, die Seriosität, den Witz und die Umsicht, mit der die Musiker ihre Welt beschreiben.
Die Musiker sind Peter Behne, Uwe Ahrens, Toni Nissl, Jan Hirte und Bernd Kuchenbecker, auf der Facebookseite von Wedding ist aufgeführt, wer von denen mit wem schon gearbeitet hat und jeder einzelne von denen hat in seinem Bereich in den vergangenen Jahrzehnten Kulturgeschichte mitgeschrieben. Allein aus diesem Grund ist das Projekt sehr spannend, allerdings wäre es albern, es unter diesem Aspekt zu betrachten. Dafür ist die Musik einfach zu schön. Und irgendwie auch zu aktuell.
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