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Westernhagen
Westernhagen Foto © by Warner Music Group

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„Für Deutschland ist das ganz gut.“ Das hört er nicht gerne. Es gibt feine Unterschiede zu den internationalen Stars, mit denen Marius Müller-Westernhagen gerne verglichen werden möchte, einer ist das Publikum in Deutschland. Ein Publikum, das Westernhagens Musik unfassbar liebt – und irgendwie auch den Musiker. Ein Unterschied ist auch, dass er verstanden und damit anders gelesen wird, er, der in den 90er Jahren die Stadien wie kein anderer füllt, die einzig gültige Hymne zum Zusammenschluss der deutschen Staaten schreibt und irgendwann, vielleicht aufgrund des Erfolges, vielen Entscheidern, Multiplikatoren und Medienheinis nicht mehr so sympathisch ist. Vielleicht liegt das auch an ihm, er verändert sich falsch, wird größenwahnsinnig, sucht sich die falschen Freunde oder so? Keine Ahnung. Was ihn von so ziemlich jedem Menschen in der Öffentlichkeit unterscheidet: Marius Müller-Westernhagen spricht recht offen über Fehler, die er gemacht – und die verworrenen Wege, die er beschritten hat. Und er steht zu seinem Verein.

 

1948 geboren, wird er nach einem Theaterstück benannt, in dem der Vater gerade unter Gustaf Gründgens spielt. Mit 18 rennt er in Düsseldorf rum, ist Sänger in ner Rock&Roll-Band, eine seiner Bands heißt Harakiri Whoom – zu der gibt es 1969 einen recht bedeutenden Kurzfilm. Marius Müller-Westernhagen spielt, singt, arbeitet für Zeitschriften, das Fernsehen und zieht 1974 nach Hamburg, wo er zeitweise in einer großen WG lebt, unter anderem mit Udo Lindenberg und Otto Waalkes. Er zählt zu den frühen Befürwortern einer Abspaltung Bayerns von Restdeutschland und wird, zwar Liedermacher, jedoch zunächst mit Filmarbeiten bekannt. Für „Supermarkt“, einen verdammt guten Film von Roland Klick, spielt er als Marius West den Titelsong „Celebration“ ein, lernt den Gitarristen Peter Hessler kennen (bei den German Bonds, Lucifer´s Friend und lange mit James Last unterwegs), der Marius Müller-Westernhagen als Produzent dient, den braucht er auch, weil „Celebration“ ihm einen Plattenvertrag bringt.

 

Marius Müller-Westernhagen – Das erste Mal

 

„Das erste Mal“ entsteht 1974. Hessler hat mal in einem Fragebogen angegeben, dass „Wir waren noch Kinder“ sein größter musikalischer Erfolg sei. Das Album ist insgesamt was für Leute, die dem Schlager nicht ganz verschlossen gegenüberstehen, mit starken Tracks wie „Marion aus Pinneberg“, „Taximann“ und „Der Typ auf Zelle Nr. 10“ – und natürlich „Fasten Seat Belt“. Es sind interessante Arbeiten, die frühen, auch „Bittersüß“; von dem, was später während der Live-Messen von den Massen gefeiert wird, ist allerdings noch nichts dabei. „Bittersüß“ ist von 1976, gerade erst hat Marius Müller-Westernhagen im Tatort „Transit ins Jenseits“ mitgespielt, in „Sladek oder die schwarze Armee“ nach Ödön von Horváth, hat in „Aufforderung zum Tanz“ erstmals den Theo gegeben und arbeitet kurz darauf mit Margarethe von Trotta und mit Tankred Dorst. 1979 wird „Theo gegen den Rest der Welt“ zu einem großen Erfolg. 1977 veröffentlicht Marius Müller-Westernhagen noch das Album „Ganz allein krieg ich´s nicht hin“ mit dem alten Team, dann steht musikalisch der – vielleicht entscheidende – Wechsel an.

 

Marius Müller-Westernhagen – Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz

 

Westernhagen arbeitet von 1980 bis 1986, also in der Zeit, in der er sein eigentliches musikalisches Fundament legt und seinen Abschied vom Film nimmt, mit Lothar Meid zusammen. Der wiederum hat schon mit Klaus Doldinger gearbeitet, ist bei Embryo, Amon Düül II und damit den so erstaunlich gefeierten Krautrockern zuzurechnen. 1978 veröffentlicht Marius Müller-Westernhagen „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“, ein Album, das jeder mittelmäßige Fan noch 20 Jahre später komplett durchsingen kann. Marius hat eine große Fresse, ist lustig, absolut sentimental, scheut nicht vor Pathos und ist ein Mann dosierter Skandale. „Dicke“ zum Beispiel – vergesst es einfach. Die Tour ist schnell ausverkauft, anschließend kommt „Theo gegen den Rest der Welt“ raus, für kurze Zeit der erfolgreichste Film der BRD, erzählt man heute. Allerdings werden Zuschauerzahlen in der BRD erst ab 1980 systematisch erfasst, daher ist das auch nicht so sicher.

 

1980 gibt es „Sekt oder Selters“, 1981 „Stinker“, die Covergestaltung überlässt Westernhagen gewöhnlich berühmten Kameramännern. Dabei werden Geschichten gesungen, die in den frühen 80ern einfach passieren. Für „Das Herz eines Boxers“ begibt sich Marius Mülle-Westernhagen nach England, sucht sich neue Musiker, experimentiert sich durch die 80er, schiebt 1983 „Geiler is´ schon“ nach, ein vorzügliches Album. „Die Sonne so rot“ von 1984, für das Album gilt das auch („Keine Zeit“ findet sich hier), entsteht mit synthetischen Beats und viel Synthesizer, Meid und Westernhagen befinden sich auf dem Höhepunkt des gemeinsamen Schaffens, erschaffen noch „Lausige Zeiten“, und dann entsorgt Westernhagen Marius und Müller.

 

Marius Müller-Westernhagen – Westernhagen

 

Die schönsten Balladen werden 1985 als „Laß uns leben“ veröffentlicht, Marius Müller-Westernhagen heißt jetzt nur noch Westernhagen, sein Album auch, er hat Romney Williams kennengelernt und „Freiheit“ geschrieben. Und „Ganz und gar“. Westernhagen macht ab jetzt recht konsequent Deutschrock, 1989 gibt es „Halleluja“, da hat er eigentlich bereits Deutschland erobert. Er hat „Sexy“ im Programm und „Fertig“ und sein vielleicht bestes Lied für Live-Auftritte „Lieben wird´ ich dich nie“. Und „Halleluja“. Marius Müller-Westernhagen bringt 1990 ein Live-Doppelalbum heraus, das man sich für einen vorsichtigen Einblick in die Zeit ruhig mal zulegen kann. Seine richtig erfolgreiche Zeit kommt erst noch, bis hierhin ist er aber geil.

 

Was noch kommt? Keine Ahnung. Die Alben heißen „Jaja“, „Affentheater“, „Radio Maria“, „In den Wahnsinn“ und „Nahaufnahme“. „Jaja“ beispielsweise verkauft sich mehr als eine Million Mal, für die Tour reichen die Fußballstadien Deutschlands eigentlich nicht aus, „Affentheater“ gibt es 1994, der Musikdokumentarfilmer D. A. Pennebaker fängt die Stimmung in „Keine Zeit“ ein. Zur gleichen Zeit beginnt der BVB, die wichtigen Titel abzuräumen. Und mit dem BVB – und „Radio Maria“ 1998 verabschiedet sich Marius Müller-Westernhagen von der ganz großen Bühne. Dafür mastert er sein komplettes Werk neu, hängt ein bisschen mit dem Gerhard ab …

 

… „In den Wahnsinn“ von 2002 muss noch in das Gesamtwerk eingeordnet werden. Tendenziell fehlen die klaren Worte, gelegentlich ist Westernhagen zu dicht an Kunze und Lage, dann wieder trifft er ins Schwarze. 2004 wird die große Biografie „Versuch dich zu erinnern“ veröffentlicht, ein Jahr später gibt es das Album „Nahaufnahme“. Das Foto ist von Karl Lagerfeld. Westernhagen wirkt ungemein zufrieden, und das ist schön.


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