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Wu-Tang Clan
Wu-Tang Clan Foto © by Another Dimension

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Der Wu-Tang Clan, das ist eine äußerst merkwürdige Veranstaltung, selbst im Hip-Hop-Zirkus. Neun Rapper, die sich bereits Anfang der 90er Jahre zusammentun, um ihren Beitrag in der Musikgeschichte zu schreiben, die nicht einfach als Rapgruppe zu begreifen sind, vielmehr als Rapimperium, dessen einzelne Elemente, ergänzt durch eine Vielzahl von Kooperationen und Freundschaften eine Unmenge an Veröffentlichungen verzeichnen, das sehr früh schon erfolgreich mit der Bekleidungsindustrie zusammenarbeitet, sein eigenes Label betreibt und es als Wu-Tang Clan mal gerade auf fünf reguläre Alben bringt.

 

Diese Alben erscheinen in einem merkwürdigen Rhythmus. Kurz nach dem Zusammenschluss wird 1993 „Enter The Wu-Tang (36 Chambers)“ veröffentlicht, ein Meisterwerk des Wu-Tang Clans, das den Mythos begründet. Erst 1997 folgt das nächste Album, dann 2000 und 2001 weitere – wiederum nach einer längeren Pause wird 2007 „8 Diagrams“ veröffentlicht. Kurios ist, dass der Wu-Tang Clan, dazu tragen wiederholt Trennungsgerüchte ihren Teil bei, in den Pausen aus der öffentlichen Wahrnehmung fast gänzlich verschwindet. Hip-Hop hat eigentlich die vakante Stelle des alles überstrahlenden Gottes zu vergeben, kaum einer hat die Männer auf der Rechnung.

 

Dabei haben sie ungemein viel zum Hip-Hop beigetragen, wie er seit den 90ern besteht. Die Struktur des Wu-Tang Clan selbst ist hierfür ein Beispiel, der Style ein anderes, der Mut, zu dem zu stehen, was das eigene Leben ausmacht, die Herkunft, die Gewalt, allemal. RZA, der charismatische Kopf hinter dem Clan hat hierfür eine verblüffende Erklärung: in nahezu jedem Genre werden die Altvorderen geschätzt, allein im Hip-Hop scheint das Alter ein der Karriere abträglicher Makel zu sein.

 

Ganz so ist es nicht, die Wurzeln des Hip-Hops finden ihre Anerkennung, die toten Stars ebenso. Allerdings entsteht der Wu-Tang Clan in einer merkwürdigen Zwischenzeit. Er steht eben nicht am Anfang einer Entwicklung, vieles ist vor seinem Entstehen in die Geschichte eingeschrieben – und mit Sicherheit wird die Verehrung des Wu-Tang Clans in den kommenden Jahren zunehmen, egal, ob jetzt wieder eine Pause oder eine Reihe von wunderbar vielfältigen Veröffentlichungen folgt.

 

Zu viel ist im Wu-Tang Clan zu entdecken, seien es die periodisch aufflammenden Hypes, die von RZA erdachte und von der Polizei kaum durchschaute Struktur, die Texte, die man erst einmal verstehen muss oder die irren Geschichten um das Gründungsmitglied Ol´Dirty Bastard, der seine Karriere zwischen Einbrüchen, Gewalttaten, etlichen Knastaufenthalten und der Zeugung von 13 Kindern aufbaut, 2000 einen juristisch verordneten Entzug abbricht, lange Zeit auf der Flucht ist und in der Zeit Studioaufnahmen macht, sogar ein Konzert gibt – um sich dann auf einem McDonalds-Parkplatz ziemlich blöde festnehmen zu lassen.

 

Auch der herrliche Hang zur maßlosen Überladung und Übertreibung ist ein Kennzeichen des Wu-Tang Clans, was sicherlich schon Medienwissenschaftler beschäftigt hat. Schönstes Beispiel ist hier sicherlich das wahnsinnige Video zu „Gravel Pit“ (2001). Die Mitglieder des Wu-Tang Clans sind nicht einfach Kerle, es sind Brocken – mit einem Hang zu Shaolin-Gedöns. In dem Video sieht man sie mit Knüppeln in Pimp-Pracht in einem steinzeitlichen Kasino. Dinosaurier grasen im Hintergrund, ein Thyrannosaurus treibt sein Unwesen, am Ende gibt es Ärger mit Ninjas. Der Beitrag des Wu-Tang Clans zur Popmusikgeschichte um die Jahrtausendwende ist von enormer Bedeutung. Viele Rapper, selbst die verstorbene Legende Notorious B.I.G., lassen und ließen sich von der Art des Wu-Tang Clans, das Ghettoleben in die Kunst einfließen zu lassen, inspirieren.

 

Enter The Wu-Tang Clan

 

Nach einigen gescheiterten Solo- und Gemeinschaftsprojekten wird 1992 der Wu-Tang Clan von Gary Grice (GZA), Robert Diggs (RZA) und Russell Tyrone Jones (Ol´Dirty Bastard) gegründet. Gemeinsam sind sie zuvor bereits als Force Of The Imperial Master unterwegs, GZA veröffentlicht ein Soloalbum. Mit Clifford James Smith (Method Man), Dennis Coles (Ghostface Killah), Jason Hunter (Inspectah Deck), Lamont Hawkins (U-God), Corey Woods (Raekwon) und Elgin Turner (Masta Killa) steht die Gruppe. Allesamt New Yorker, soll sich jeder der Rapper auf seine eigene Weise in die Produktionen einbringen können.

 

RZA gilt als Kopf des Systems – ein recht loser Zusammenschluss, dessen Stärke in der Vielfalt seines Outputs, der Projekte und Kooperationen liegt, in der Beharrlichkeit, mit der RZA die Bedingungen des Clans auch gegenüber Labels vertritt – und durch die er im New Yorker Label RCA einen adäquaten Partner findet. Eine Vielzahl von Firmen und Künstlern schließt sich dem Wu-Tang Clan an, das mit einem eigenen Logo von Labels bis hin zu einer eigenen Klamottenmarke gleichzeitig mehrere Absatzmärkte erschließt.

 

Der Produzent Mathematics spielt eine wichtige Rolle, ebenso wie Mitchell "Divine" Diggs, der Bruder von RZA, der im Management die Fäden hält, Cappadonna wird immer wieder als zehntes Mitglied des Wu-Tang Clans gehandelt. Noch ohne Label, hat die Gruppe bereits 1993 einen ersten Szenehit mit „Protect Ya Neck“. Masta Killa ist an der Produktion nicht beteiligt, da er zum fraglichen Zeitpunkt inhaftiert ist. Im November 1993 erscheint das Debütalbum „Enter The Wu-Tang (36 Chambers)“. Es geht um das Ghetto, Kiffen und Kung-Fu.

 

Anstatt ein zweites Album an das erste zu hängen, streut die Gruppe in die Breite. RZA gründet zum Beispiel die Gravediggaz, veröffentlicht seit 1998 (zunächst unter dem Pseudonym Bobby Digital) Soloalben und produziert 1999 die Filmmusik zu „Ghost Dog“ – der Startschuss zu einer ungemein wirkungsmächtigen Filmmusikerkarriere. Method Man ist derjenige, der das Debüt des Wu-Tang Clans zuerst für seine Solokarriere zu nutzen weiß: „Tical“ wird – bei Def Jam veröffentlicht – millionenfach verkauft.

 

Ol´Dirty Bastard legt 1995 mit dem programmatischen Titel „Return To The 36 Chambers“ nach – stirbt im November 2004 allerdings, ohne seinen möglichen Zenit erreicht zu haben. Ebenfalls 1995 veröffentlicht GZA sein Album „Liquid Words“ – etwas früher noch ist Raekwon mit „Only Built 4 Cuban Linx...“ fertig. Drei Klassiker innerhalb eines Jahres. Ghostface Killah folgt mit „Ironman“ 1996. Und das ist nur ein winziger Teil des Oeuvres.

 

Das nächste „reguläre“ Album ist „Wu-Tang Forever“, ein sperriges, sauber produziertes Teil. Der Wu-Tang Clan trifft sich, um sich seinen Spleens hinzugeben, nichts ist für die Charts, trotzdem findet sich das Album in denselben wieder. Gemeinsam mit Rage Against The Machine geht es auf Tour, die dann jedoch mittendrin abgebrochen wird. Eine Vielzahl neuer Veröffentlichungen im Dunstkreis der Gruppe recht unterschiedlicher Qualität sorgt für geteilte Reaktionen – Drogen- und Knastgeschichten einzelner Mitglieder lassen viele Zeitgenossen eine nahende Trennung der Gruppe erwarten.

 

Stattdessen erscheint 2000 „The W“, ein zum Teil an die alten Tage des Hip-Hop gemahnendes Prachtstück, auf dem auch Snoop Dogg, Nas und Busta Rhymes ein Wörtchen mitzureden haben. Ein Jahr später folgt „Iron Flag“. Im Vergleich zu Soloproduktionen der eigenen und Alben anderer Künstler verkaufen sich die Gemeinschaftsproduktionen des Wu-Tang Clans schlecht. Ol´Dirty Bastard, der bereits auf den letzten zwei Alben nicht zu hören ist, segnet das Zeitliche, es gibt offen ausgetragene Konflikte zwischen einigen Mitgliedern, wiederum scheint eine Auflösung zumindest möglich.

 

Stattdessen wird ein neues Album angekündigt. Der Wu-Tang Clan tourt (auch durch Deutschland), „8 Diagrams“ ist im Dezember 2007 auf dem Markt. Merkwürdig ist, wie sich die Gruppe plötzlich im Interesse der Öffentlichkeit befindet, und zwar der Öffentlichkeit der Arrivierten. Es sind die schweren Blätter, die sich – natürlich neben den einschlägigen Fachmagazinen – für den Clan, und da vor allen Dingen für RZA interessieren. Die Anerkennung erfolgt in genau dem Moment, in dem sich das Mastermind noch über das Fehlen derselben wundert. Von falscher Stelle.


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